Versorgungslücken-Rechner (Professor:innen NRW) – BU/DU-Bedarf
Ermittelt eine Netto-Versorgungslücke aus Beamtenversorgung (Ruhegehalt) + weiteren Einkommen – inklusive
PKV als dauerhafter Abzug, Nebeneinkünften und optionalem Versorgungsabschlag.
Hinweis: Vereinfachtes Modell zur Orientierung. Individuelle Versorgungsauskunft, Steuer und PKV-Konstellation können abweichen.
0) Werte finden (Bezügemitteilung / Bescheid / Versorgungsauskunft)
So findest du deine Werte (kurz & zuverlässig)
Viele Werte stehen nicht „im Kopf“, sondern in Dokumenten. Wenn du etwas nicht sicher weißt: lieber 0 eintragen und den Rechner als Orientierung nutzen.
Tipp: Mit einer Versorgungsauskunft kannst du den Rechner sehr präzise kalibrieren (ruhegehaltfähige Dienstbezüge, Ruhegehaltssatz, ggf. Abschlag).
1) Status & W-Besoldung
2) Versorgungsabschlag, Steuer & PKV
Erweiterte Annahmen (optional)
3) Haushalt & Nebeneinkünfte
Dieser Punkt ist häufig der „Lückentreiber“: Vieles ist nicht ruhegehaltfähig und fällt bei DU/BU oft weg oder reduziert sich stark.
Ergebnis
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Wichtig: Die Lücke wird häufig unterschätzt, wenn man nur das W-Grundgehalt betrachtet. Der größte „Blind Spot“ sind Nebeneinkünfte (Gutachten/Beratung/Autorentätigkeit) und nicht ruhegehaltfähige Leistungsbestandteile.
So funktioniert der Versorgungslücken-Rechner (Professor:innen NRW)
Der Rechner ist ein Orientierungs-Tool: Er übersetzt die wichtigsten Bausteine der Beamtenversorgung in eine Netto-Versorgung und zeigt daraus eine monatliche Netto-Lücke, die im Leistungsfall durch eine BU/DU-Rente geschlossen werden müsste – besonders dann, wenn Nebeneinkünfte wegfallen.
Inhaltliche Grundlage (Hintergrund, Einordnung, Grenzen):
Dienstunfähigkeitsversicherung für Professor:innen – Leitfaden & Logik hinter dem Rechner
1) Was der Rechner am Ende ausgibt
- Ruhegehalt (Brutto, berechnet) aus W-Grundgehalt + ruhegehaltfähigen Bestandteilen + Familienzuschlag Stufe 1.
- Versorgung (Netto) = (Bruttoversorgung − pauschale Steuer/Abgaben) − PKV-Eigenanteil im Ruhestand.
- Verbleibende Nebeneinkünfte (Netto) = Nebeneinkünfte × „weiterlaufender Anteil“.
- Gesamt-Netto verfügbar (ohne BU/DU) = Netto-Versorgung + verbleibende Nebeneinkünfte + sonstiges stabiles Netto (z. B. Partner).
- Netto-Lücke = Ziel-Netto − Gesamt-Netto verfügbar (mindestens 0). Das ist der rechnerische BU/DU-Bedarf pro Monat.
Wichtig: Der Rechner arbeitet bewusst haushaltsbezogen (Ziel-Netto), weil Professor:innen-Haushalte häufig mehr als „nur“ das W-Grundgehalt leben – Nebeneinkünfte, Partnernetto, Mieteinnahmen etc.
2) Welche Eingaben du brauchst (und warum)
3) Rechenlogik (verständlich, ohne Juristendeutsch)
W-Grundgehalt + ruhegehaltfähige Bestandteile + Familienzuschlag Stufe 1.
Dienstjahre × jährlicher %-Satz, begrenzt durch den Höchstsatz. Ergebnis: ein %-Wert, der auf die ruhegehaltfähigen Bezüge wirkt.
Unter 5 Jahren Dienstzeit (ohne Dienstunfall) wird in der vereinfachten Logik i. d. R. keine Versorgung angesetzt. Bei erfüllter Wartezeit wird geprüft, ob eine Mindestversorgung greift.
Falls aktiviert, reduziert der Abschlag das Ruhegehalt zusätzlich (multiplikativ).
Bruttoversorgung wird pauschal um Steuer/Abgaben reduziert und anschließend wird der PKV-Eigenanteil abgezogen.
Nebeneinkünfte × Weiterlauf-% = verbleibender Anteil. Der wegfallende Anteil wird im Hinweistext sichtbar gemacht.
Ziel-Netto − (Nettoversorgung + verbleibende Nebeneinkünfte + sonstiges stabiles Netto) = Lücke (min. 0).
In der Praxis ist das Entscheidende selten der reine Ruhegehaltssatz, sondern die Frage: Was fällt im Alltag weg? Genau dafür sind Nebeneinkünfte, PKV-Abzug und Ziel-Netto im Rechner so prominent.
4) „Beratungstaugliche“ Funktionen
- Live-Berechnung: Änderungen wirken sofort – ideal, um Szenarien im Gespräch durchzuspielen.
- Reset: setzt alles auf Startwerte zurück (schneller Neustart im Termin).
- Drucken/PDF: Du kannst das Ergebnis direkt als PDF speichern (Druckdialog → „Als PDF speichern“).
- Hinweistext: Der Rechner erklärt automatisch, wodurch die Lücke entsteht (z. B. Dienstzeit < 5 Jahre, Abschlag aktiv, wegfallende Nebeneinkünfte).
5) Grenzen & sinnvoller Umgang
Beamtenversorgung, Steuern und PKV sind in der Realität von Details abhängig (Besoldungsbestandteile, individuelle Steuerlast, Beihilfesituation, tatsächliche PKV-Beiträge im Alter, konkrete Regelaltersgrenze, individuelle Versorgungsauskunft etc.). Der Rechner ist deshalb keine Rechts- oder Steuerberechnung, sondern eine plausible Orientierung.
- Die sicherste Basis für eine Feinplanung ist eine aktuelle Versorgungsauskunft (LBV NRW).
- Für die Absicherung ist entscheidend, wie du „Dienstunfähigkeit“ vertraglich absicherst (DU-Klausel, Definitionen, Nachweisketten, Leistungsdynamik).
- Wenn Nebeneinkünfte relevant sind, lohnt fast immer eine zweite Rechnung mit konservativem Weiterlauf-% (z. B. 0–20%).
Wenn du möchtest, kann man den Rechner im Gespräch mit echten Werten aus deiner Situation „kalibrieren“ (Versorgungsauskunft, PKV, Nebeneinkünfte).