Fachdossier · Risikoleben & Berufsunfähigkeit
Raucher oder Nichtraucher bei RLV und BU: Was wirklich zählt
Eine einzelne Zigarre an Silvester, ein paar Zigaretten auf Partys, eine nikotinfreie E-Zigarette oder Cannabis können je nach Versicherer völlig unterschiedlich bewertet werden. Entscheidend sind nicht Selbstbild oder Alltagsverständnis, sondern die konkrete Antragsfrage, die Nichtraucherdefinition und die Versicherungsbedingungen.
Kapitel 1
„Ich rauche doch eigentlich nicht“ – warum das im Antrag nicht genügt
Reicht eine einzige Zigarette oder Zigarre?
Sehr häufig: ja. Viele Nichtraucherdefinitionen kennen keine unschädliche Mindestmenge. Gefragt wird nicht, ob jemand sich im Alltag als Raucher empfindet, sondern ob innerhalb eines bestimmten Zeitraums geraucht, gedampft oder Nikotin aufgenommen wurde. Ist der Wortlaut als Null-Konsum-Regel formuliert, kann bereits ein einzelnes Ereignis den Nichtraucherstatus ausschließen.
Die aktuelle BU-Praxis zeigt die Bandbreite besonders gut: HDI und Baloise fragen in ihren aktuellen Anträgen ausdrücklich nach Konsum innerhalb der letzten zwölf Monate „auch einmalig“. Die Hannoversche unterscheidet dagegen zwischen mindestens zwölf Monaten und mindestens zehn Jahren Nichtraucherstatus. Bei der Gothaer wird in aktuellen RLV-Unterlagen sogar ein 36-Monats-Zeitraum verwendet.
Kapitel 2
E-Zigarette, Vape, Shisha, Snus und Nikotinersatz
Nikotinfreie E-Zigarette: Raucher oder Nichtraucher?
Hier zeigt sich, warum der Wortlaut entscheidend ist. Knüpft ein Versicherer ausdrücklich an die Aufnahme oder den Konsum von Nikotin an, spricht der Wortlaut dafür, dass eine tatsächlich nikotinfreie E-Zigarette die Nichtraucherdefinition nicht verletzt. Fragt der Versicherer dagegen nach „Rauchen oder Dampfen“, nach der Benutzung elektronischer Verdampfer oder sogar ausdrücklich nach nikotinfreiem Dampfen, ist die Vape trotz fehlenden Nikotins relevant.
| Formulierung | Typische Einordnung nikotinfreie Vape | Praxis |
|---|---|---|
| „Nikotin aufgenommen / konsumiert“ | eher kein Raucher, wenn tatsächlich nikotinfrei | z. B. aktuelle Wortlaute bei AXA, SIGNAL IDUNA oder die Bayerische |
| „geraucht oder gedampft“ | regelmäßig anzugeben | z. B. Baloise; Grenzfälle bei unklarer Produktbezeichnung besser schriftlich klären |
| „elektrische Verdampfer / E-Zigaretten“ ohne Nikotineinschränkung | regelmäßig anzugeben | z. B. device-basierte Definitionen |
| ausdrücklich „nikotinhaltig oder nikotinfrei“ | eindeutig relevant | z. B. Gothaer SBU und Dialog-RLV-Klauseln |
Auch Nikotinersatzprodukte sind nicht einheitlich behandelt. Einige Anträge nennen Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummi ausdrücklich. Das wirkt auf Verbraucher zunächst überraschend, ist aber logisch, wenn der Tarif nicht an das Verbrennen von Tabak, sondern an Nikotinkonsum anknüpft.
Cannabis: zwei Fragen statt einer
Cannabis sollte im Antrag immer auf zwei getrennten Ebenen geprüft werden: Erstens kann die Konsumform den Raucherstatus beeinflussen. Zweitens kann der Antrag unabhängig davon nach Drogen, Cannabis, Betäubungsmitteln, Medikamenten oder entsprechender Beratung und Behandlung fragen.
| Beispiel | Raucherfrage | Cannabis-/Drogenfrage |
|---|---|---|
| Joint mit Tabak | kann Nikotin-/Raucherfrage auslösen | bei eigenständiger Cannabisfrage zusätzlich anzugeben |
| purer Joint ohne Tabak | gesellschaftsabhängig; bei nikotinbezogener Definition nicht automatisch Raucher | bei Konsumfrage regelmäßig relevant |
| THC-Vape ohne Nikotin | bei „Dampfen auch nikotinfrei“ relevant, bei reiner Nikotinfrage nicht automatisch | je nach Drogenfrage relevant |
| Edible / Gummibärchen | typischerweise keine Raucherfrage | kann trotzdem Drogen-/Cannabisfrage auslösen |
| medizinisches Cannabis | abhängig von Applikationsform | kann trotz ärztlicher Verordnung anzugeben sein; zusätzlich Diagnose-/Medikamentenfragen prüfen |
Die Unterschiede sind erheblich. Der aktuelle Volkswohl-Bund-BU-Antrag fragt Drogen wie Cannabis über fünf Jahre ab und erfasst den Konsum ausdrücklich auch mit oder ohne ärztliche Verordnung. Die Bayerische fragt in der geprüften BU-Version sogar zehn Jahre nach Drogen und nennt Cannabisprodukte ausdrücklich. Hannoversche und SIGNAL IDUNA erfassen den reinen Drogenkonsum über fünf Jahre. Bei AXA und HDI sind die von uns geprüften BU-Fragen enger und knüpfen im Drogenbereich an Beratung, Behandlung oder Suchterkrankung an.
Kapitel 3
Wie unterschiedlich Versicherer Nichtraucher definieren
12 Monate sind verbreitet – aber keineswegs die einzige Regel
Die Softfair-Schnittstelle kennt technisch die Klassen „Nichtraucher seit 1 Jahr“, „Nichtraucher seit 10 Jahren“ und „Raucher“. Diese drei Werte sind jedoch nur eine Berechnungslogik. Sie ersetzen nicht die jeweilige Produktdefinition. In den Originalunterlagen finden sich 12-, 24- und 36-Monats-Zeiträume sowie 10-Jahres-Klassen und unterschiedliche Produktkataloge.
| Beispiel | Geprüfte Logik | Besonderheit |
|---|---|---|
| Allianz RLV | NR 12 Monate / NR 10 Jahre / Raucher | breite Produktdefinition; späterer Rauchbeginn meldepflichtig |
| Hannoversche RLV | NR 12 Monate / NR 10 Jahre / Raucher | Nachprüfungsrecht, medizinischer Nachweis möglich |
| LV 1871 RLV | NR 12 Monate / NR 10 Jahre / Raucher | späterer Rauchbeginn als Gefahrerhöhung; Rückwechsel möglich |
| HanseMerkur RLV/BU | in geprüften Unterlagen 24 Monate | deutlich längerer Nichtraucherzeitraum |
| Gothaer RLV | in aktuellem Antrag 36-Monats-Frage | nikotinfreies Dampfen ausdrücklich erfasst |
| NovemberLife RLV | 12 Monate / 10 Jahre | Wechselrechte; in geprüften AVB keine aktive Rauchbeginn-Meldepflicht gefunden |
Für den Kunden ist deshalb nicht nur die Frage „Raucher oder Nichtraucher?“ wichtig, sondern auch: Welche Nichtraucherklasse wird verwendet, welcher Zeitraum gilt und welche Produkte oder Konsumformen zählen?
Kapitel 4
Was Rauchen kostet: kontrollierte Softfair-Vergleiche
Risikolebensversicherung: Rauchen kann den Beitrag vervielfachen
Für die Preiswirkung wurde ein kontrolliertes Modell gerechnet: Jahrgang 1986, Bankkaufmann, 300.000 Euro konstante Todesfallleistung, 25 Jahre Laufzeit, monatliche Zahlweise. Verglichen wurden identische Tarife mit den Softfair-Statuswerten NR10, NR1 und Raucher. Die Zahlen sind kein „Marktmedian“, sondern ein reproduzierbarer Exact-Match-Vergleich ausgewählter Tarife.
| Tarif | NR10 | NR1 | Raucher |
|---|---|---|---|
| Allianz DLV | 26,94 € | 34,91 € | 122,94 € |
| Hannoversche T1 Basis | 26,20 € | 34,71 € | 76,91 € |
| Baloise RKS | 28,20 € | 39,90 € | 82,93 € |
| LV 1871 RLV-Kompakt | 25,31 € | 29,68 € | 74,91 € |
| Dialog Classic | 25,82 € | 37,20 € | 72,23 € |
| SIGNAL IDUNA RIV | 36,46 € | 53,12 € | 108,53 € |
| InterRisk TR3 | 7,85 € | 10,26 € | 15,00 € |
| Gothaer RLV Basis | 35,40 € | 35,40 € | 98,40 € |
| Zurich Komfort | 47,79 € | 47,79 € | 148,48 € |
| Canada Life komfort | 46,60 € | 46,60 € | 111,70 € |
Im ausgewählten Exact-Match-Panel lag der Median des Raucherbeitrags gegenüber NR1 rund 149 Prozent höher. Gegenüber NR10 lag der Median rund 180 Prozent höher. Die Streuung war sehr groß. Gerade bei der RLV ist der Raucherstatus deshalb häufig einer der stärksten Preisfaktoren.
Berufsunfähigkeitsversicherung: kleinerer, aber klar messbarer Effekt
Im kontrollierten BU-Modell mit 2.000 Euro Monatsrente bis Endalter 67 war der Unterschied zwischen NR1 und NR10 in den geprüften gematchten Varianten praktisch nicht sichtbar. Der Raucherstatus dagegen erhöhte den Beitrag in 23 von 24 ausgewählten Gesellschaftsvarianten. Der Median des Raucheraufschlags lag in diesem Panel bei rund 18 Prozent; die Spanne reichte von 0 bis rund 27 Prozent.
Beispiele: Dialog etwa +18 Prozent, Hannoversche +9 Prozent, Gothaer +27 Prozent, SIGNAL IDUNA +19 Prozent, Baloise +27 Prozent, Allianz +14 Prozent, HDI +18 Prozent, Swiss Life +19 Prozent und AXA knapp +20 Prozent. Diese Werte sind modellbezogen und keine Garantie für andere Alter, Berufe, Rentenhöhen oder Tarifstände.
Kapitel 5
Was passiert, wenn man nach Vertragsabschluss anfängt zu rauchen?
Späterer Rauchbeginn ist nicht automatisch meldepflichtig
Das ist eine der wichtigsten Abgrenzungen des gesamten Themas. Eine vorvertragliche Frage muss wahrheitsgemäß beantwortet werden. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass jede spätere Änderung lebenslang nachgemeldet werden muss. In der Lebensversicherung ist eine spätere Gefahränderung nur insoweit relevant, wie sie vertraglich entsprechend vereinbart wurde. Bei BU-Verträgen gilt diese Logik über die gesetzlichen Verweisungen grundsätzlich ebenfalls, wobei die konkrete Ausgestaltung des BU-Vertrags zu beachten ist.
| Modell | Was passiert? | Beispiele aus der Recherche |
|---|---|---|
| aktive Meldepflicht | Rauchbeginn muss unverzüglich angezeigt werden; Beitrag oder Versicherungssumme werden angepasst | u. a. Allianz, Hannoversche, LV 1871, InterRisk, SIGNAL IDUNA, Baloise |
| Nachfragerecht | keine ständige Eigenmeldung, aber Versicherer darf Status abfragen und dann anpassen | z. B. Gothaer Plus/Premium in geprüfter RLV-Systematik |
| keine aktive Rauchbeginn-Meldepflicht | späterer Rauchbeginn ändert den bestehenden Vertrag nicht automatisch | z. B. Canada Life, Zurich; NovemberLife im geprüften AVB-Stand ohne ausdrückliche Meldepflicht |
Auch der Rückweg ist unterschiedlich. Manche Versicherer erlauben nach zwölf rauchfreien Monaten eine günstigere Einstufung, teilweise ohne neue Gesundheitsfragen, teilweise nur mit Nikotintest oder erneuter Risikoprüfung. Andere sehen keinen vertraglichen Wechsel vor.
Kapitel 6
Was passiert bei falscher Angabe oder unterlassener Nachmeldung?
Die Folgen unterscheiden sich erheblich
Hier müssen zwei Situationen getrennt werden. Wer beim Antrag eine in Textform gestellte gefahrerhebliche Frage falsch beantwortet, bewegt sich im System der vorvertraglichen Anzeigepflicht nach §§ 19 ff. VVG; bei Arglist bleibt die Anfechtung nach § 22 VVG möglich. Wer dagegen erst später mit dem Rauchen beginnt, kann nur eine vertragliche Nachmeldepflicht verletzen, wenn der Tarif eine solche Pflicht vorsieht.
| Versicherer / Tarifbeispiel | Geprüfte Rechtsfolge bei späterem Rauchbeginn bzw. Nichtmeldung |
|---|---|
| Allianz RLV | bei ordnungsgemäßer Meldung rückwirkende Umstellung auf höheren Beitrag möglich; bei vorsätzlichem Verstoß sieht die geprüfte Klausel unter bestimmten Voraussetzungen eine Beschränkung auf ein Drittel der vereinbarten Todesfallsumme vor |
| DELA aktiv Leben | geprüfte Klausel: Kenntnis von erneutem Nikotinkonsum kann zu 50 Prozent der Todesfallleistung führen; Unfalltod ist abweichend geregelt |
| LV 1871 RLV | bei vorsätzlicher nicht gemeldeter Gefahrerhöhung kann die Leistung besonders stark sinken: Ausgangspunkt ist zunächst die bei korrekter Meldung und gleichem Beitrag verbleibende Rauchersumme; davon sieht die geprüfte Vorsatzregel nochmals eine Kürzung vor |
| InterRisk | geprüfte Klausel rechnet auf die Versicherungssumme zurück, die dem Verhältnis von erforderlichem zu gezahltem Beitrag entspricht; Arglistanfechtung bleibt vorbehalten |
| Württembergische | in der geprüften Klausel kann bei vorsätzlich nicht gemeldeter Gefahrerhöhung unter den vertraglichen Voraussetzungen nur ein Viertel der garantierten Todesfallleistung verbleiben |
| SIGNAL IDUNA | in der geprüften Klausel kann bei vorsätzlicher Nichtmeldung unter weiteren Voraussetzungen auf ein Drittel der Todesfallleistung reduziert werden |
| Gothaer Basis | Reduktion auf die Versicherungssumme, die bei gleichem Beitrag im Rauchertarif versichert gewesen wäre |
| Baloise | rückwirkende Beitragsanpassung; bei Vorsatz Reduktion auf Rauchersumme, bei grober Fahrlässigkeit verschuldensabhängige Kürzung |
Gerade deshalb reicht es nicht, nur den Rauchzuschlag zu vergleichen. Die Bedingung, was bei einer späteren Statusänderung passiert, kann wirtschaftlich mindestens genauso wichtig sein wie der Beitrag selbst.
Kapitel 7
Wie kann der Versicherer Rauchen oder Nikotinkonsum feststellen?
Nachprüfung vor und nach dem Leistungsfall
Versicherer haben unterschiedliche Kontrollrechte. Manche dürfen den Nichtraucherstatus während der Vertragslaufzeit erneut abfragen oder medizinisch überprüfen lassen. Andere verzichten ausdrücklich auf Routineprüfungen und kontrollieren erst im Leistungsfall. Auch ein Wechsel vom Raucher- in den Nichtrauchertarif kann von einem Nikotin- bzw. Cotinintest abhängig gemacht werden.
Gesundheitsdaten dürfen Versicherer nicht beliebig einsammeln. Für die Risikoprüfung und Leistungsprüfung gelten insbesondere die datenschutz- und versicherungsvertragsrechtlichen Voraussetzungen; erforderliche Gesundheitsdaten werden typischerweise auf Basis entsprechender Einwilligungen erhoben.
Wird nach einem RLV-Todesfall automatisch obduziert?
Nein. Der Tod einer Person mit Risikolebensversicherung löst nicht automatisch eine Obduktion aus. Üblicherweise werden zunächst Sterbeurkunde und ärztliche oder behördliche Unterlagen zur Todesursache verlangt; je nach Fall kann der Versicherer weitere Nachweise anfordern. Eine strafprozessuale Obduktion bei unklaren oder verdächtigen Todesumständen ist ein davon unabhängiger staatlicher Vorgang. Einzelne Zusatzdeckungen, etwa Unfalltod-Bausteine, können darüber hinaus besondere vertragliche Untersuchungsrechte vorsehen.
Kapitel 8
Praxisfälle: so sollte die Prüfung ablaufen
Vier typische Konstellationen
Die Prüflogik vor Antragstellung
Zigarette, Zigarre, Shisha, Vape, Snus, Nikotinersatz, Cannabis oder anderes Produkt sauber trennen.
12 Monate, 24 Monate, 36 Monate und 10 Jahre können unterschiedlich relevant sein.
„Rauchen“, „Dampfen“, „Nikotin“, „Tabakprodukte“ und „auch einmalig“ sind nicht dasselbe.
Insbesondere bei Cannabis nie nur den Raucherstatus prüfen.
Meldepflicht, Nachfragerecht, Beitragsanpassung und Wechselrechte gehören in den Tarifvergleich.
Nicht interpretieren, sondern die konkrete Konstellation vor Antragstellung in Textform beim Versicherer klären.
Kapitel 9
Häufige Irrtümer
Was häufig falsch verstanden wird
Raucherstatus vor dem Antrag konkret prüfen
Wenn Zigarre, Gelegenheitsrauchen, Vape, Nikotinersatz oder Cannabis im Raum stehen, sollte nicht pauschal geraten werden. Sinnvoll ist die Prüfung der konkreten Antragsfrage und – bei Zweifeln – eine schriftliche Vorabklärung oder Risikovoranfrage.
Frage oder Beratung anfragenKapitel 10
Häufige Fragen
Bin ich Raucher, wenn ich nur einmal eine Zigarre geraucht habe?
Bei vielen Tarifen ja, sofern der Rückschauzeitraum noch läuft und die Definition jeden Konsum erfasst. Besonders eindeutig sind Formulierungen wie „auch einmalig“. Der konkrete Antrag ist entscheidend.
Zählt eine E-Zigarette ohne Nikotin?
Nicht immer. Bei reiner Nikotinaufnahme kann sie außerhalb der Definition liegen. Fragt der Versicherer aber nach Dampfen oder elektronischen Verdampfern unabhängig vom Nikotingehalt, ist sie relevant.
Was ist mit Shisha oder Snus?
Viele aktuelle Definitionen nennen Shisha, Schnupf-, Kau- oder Oraltabak ausdrücklich. Ob Nikotinbeutel, Snus oder andere Produkte erfasst sind, muss am konkreten Wortlaut geprüft werden.
Muss ich Cannabis angeben?
Das hängt vom Antrag ab. Viele BU-Anträge fragen separat nach Drogen oder Cannabis. Gerauchtes Cannabis kann zusätzlich die Raucherfrage auslösen, insbesondere bei Definitionen, die Rauchen oder Dampfen unabhängig von Nikotin erfassen.
Muss ich melden, wenn ich nach Vertragsabschluss anfange zu rauchen?
Nicht automatisch. Einige RLV-Bedingungen verlangen eine unverzügliche Meldung, andere sehen nur Nachfragerechte vor oder verzichten auf eine aktive Meldung. Der konkrete Tarif entscheidet.
Kann ich später wieder in den Nichtrauchertarif wechseln?
Teilweise. Manche Tarife erlauben nach einer rauchfreien Mindestzeit den Wechsel, teils ohne neue Gesundheitsfragen, teils mit Nikotintest oder erneuter Risikoprüfung. Andere sehen kein Wechselrecht vor.
Wie findet ein Versicherer falsche Angaben heraus?
Mögliche Quellen sind Antragsunterlagen, medizinische Untersuchungen, zulässige Nachprüfungen, ärztliche Unterlagen und die Leistungsprüfung. Cotinin kann jüngere Nikotinexposition anzeigen, ist aber kein zuverlässiger Nachweis eines einmaligen Konsums Monate zuvor.
Wird bei einer Risikolebensversicherung nach dem Tod automatisch obduziert?
Nein. Eine RLV führt nicht automatisch zu einer Obduktion. Üblicherweise werden Sterbeurkunde und Unterlagen zur Todesursache verlangt. Staatliche Obduktionen bei unklaren Todesfällen und besondere vertragliche Rechte in Zusatzbausteinen sind davon zu trennen.
Quellen und Stand
Stand der Recherche: 22.08.2026. Ausgewertet wurden aktuelle Originalanträge und Versicherungsbedingungen aus Softfair PROD sowie ergänzend der ASCORE-Datenstand. Bei Abweichungen wurde der aktuelle Originalantrag bzw. das aktuelle Bedingungswerk höher gewichtet als ein Vergleichskriterium.
Unter anderem geprüft: Allianz Risikoleben, Hannoversche Risikoleben und SBU, LV 1871 Risikoleben, Dialog RISK-vario, Gothaer Risikoleben und SBU, Baloise Risiko-/BU-Unterlagen, SIGNAL IDUNA Risiko-/BU-Unterlagen, InterRisk Risiko-LV, HanseMerkur Risiko/BU, DELA aktiv Leben, Canada Life Risikoleben, Zurich Risikoleben, NovemberLife, Delta Direkt, EUROPA, WWK, HDI Risiko/BU, Volkswohl Bund BU, AXA BU, die Bayerische BU und uniVersa BU. Rechtsgrundlagen: insbesondere §§ 19, 21, 22, 31, 158, 176 und 213 VVG sowie § 87 StPO.
Preisbeispiele beruhen auf kontrollierten Softfair-Modellberechnungen. Sie sind keine individuellen Angebote und kein vollständiger Marktmedian.
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