Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte: BU oder DU? Erklärung & Tipps (2026)

Einkommensabsicherung Beamte · Stand 2026

Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte – BU oder DU richtig einordnen

Die Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte ist ein zentraler Baustein der Einkommensabsicherung. Dienstunfähigkeit stellt der Dienstherr fest, Berufsunfähigkeit der Versicherer – beides kann auseinanderfallen. Wer nur auf die staatliche Versorgung vertraut, riskiert im Ernstfall einen deutlichen Einbruch des Nettoeinkommens.

Diese Seite ist bewusst auf Beamte, Beamtenanwärter und Beamte in NRW zugeschnitten. Für allgemeine Fragen außerhalb des Beamtenstatus finden Sie den passenden Überblick auf der Seite Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) Aachen, und der breite Rahmen steht auf der Übersicht Versicherungen für Beamte.

Beratung zur DU-Versicherung buchen

1. In 60 Sekunden: das Wichtigste

  • Dienstunfähigkeit ist nicht automatisch Berufsunfähigkeit – und umgekehrt. Die DU stellt der Dienstherr fest, die BU der Versicherer. Eine DU führt nicht automatisch zur BU-Rente, wenn die Bedingungen nicht passen.
  • Beamte auf Widerruf und Probe haben das höchste Risiko. Im DU-Fall droht oft die Entlassung mit sehr geringer oder gar keiner dauerhaften Versorgung. Für Referendare und Anwärter ist die Absicherung besonders wichtig.
  • Lebenszeitbeamte sind besser gestellt – aber selten voll abgesichert. Die Pension liegt im DU-Fall oft deutlich unter dem bisherigen Netto. Ohne zusätzliche Rente entsteht eine spürbare Lücke.
  • Psyche, Krebs und Herz-Kreislauf sind die Hauptursachen. Unter 40 dominiert die Psyche; ab Mitte 40 nehmen Krebs und Herz-Kreislauf zu. Unfälle machen nur einen kleineren Teil aus – auch bei Beamten.
  • Eine gute DU-Klausel erkennt die Entscheidung des Dienstherrn an. Warnsignale: eigenes Prüfrecht des Versicherers, befristete DU-Leistungen, Ausschluss bestimmter Statusgruppen.
  • Das Endalter sollte zu Ihrem realistischen Pensionsalter passen. Oft sind 65 oder 67 sinnvoll, in einzelnen Laufbahnen auch früher.
  • Die Risikovoranfrage schützt vor unnötigen Ablehnungen. Bei Vorbelastungen (Psyche, Rücken, längere Krankschreibungen) klären wir vorab, wer Sie zu welchen Bedingungen nimmt.

2. Status & Versorgung im DU-Fall – was zahlt der Dienstherr?

Die wichtigste Frage aus Sicht eines Beamten lautet: „Was bekomme ich vom Dienstherrn im Ernstfall?" Die Antwort hängt direkt von Ihrem Status (Widerruf, Probe, Lebenszeit) und Ihrer bereits erreichten Dienstzeit ab.

2.1 Beamter auf Widerruf (Referendare, Anwärter)

Beamte auf Widerruf können bei dauerhafter Dienstunfähigkeit aus dem Dienst entlassen werden. Eine lebenslange Versorgung gibt es in dieser Phase in der Regel nicht. Meist bleiben Ansprüche aus früheren Jobs in der gesetzlichen Rentenversicherung und gegebenenfalls Übergangsregelungen – aber keine vollwertige Pension. Wer hier keinen DU-/BU-Schutz hat, muss im Ernstfall von sehr niedrigen Einkünften leben, oft nahe dem Niveau einer Erwerbsminderungsrente oder Grundsicherung.

2.2 Beamter auf Probe

Beamte auf Probe sind einen Schritt weiter, aber noch nicht sicher versorgt. Bei dauerhafter gesundheitlicher Untauglichkeit kann auch hier die Entlassung erfolgen. Nur wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, kann eine Versorgung gewährt werden. Das Risiko einer sehr geringen oder fehlenden Versorgung ist weiterhin hoch.

2.3 Beamter auf Lebenszeit

Beamte auf Lebenszeit werden bei Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt. Die Höhe der Pension hängt von der ruhegehaltfähigen Dienstzeit und den ruhegehaltfähigen Dienstbezügen ab. Pro vollem Dienstjahr steigt der Ruhegehaltssatz; es gibt eine gesetzliche Obergrenze, die aber nur bei sehr langen Laufbahnen erreicht wird. In der Praxis bedeutet das: Wer mit Mitte 40 dienstunfähig wird, hat deutlich weniger Dienstjahre gesammelt und kommt oft nur auf 40–50 % der letzten Bezüge – brutto, vor Steuern und Krankenversicherung.

2.4 Beispielrechnung: Lehrerin A13 in NRW

SituationNetto heuteim DU-FallVersorgungslücke
A13, 30, auf Probeca. 3.200 €Entlassung droht, nur geringe Rentenansprücheweit über 2.000 €
A13, 40, Lebenszeit, 15 Dienstjahreca. 3.800 €Ruhegehalt evtl. 1.900–2.100 €rund 1.700–1.900 €
A13, 55, Lebenszeit, 30 Dienstjahreca. 4.200 €Ruhegehalt evtl. 2.700–2.900 €ca. 1.300–1.500 €

Die Zahlen sind bewusst grob und gerundet – aber sie zeigen, dass die Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte nicht erst mit 50 relevant wird, sondern vom ersten Tag an eine Rolle spielt.

Versorgungslücke zwischen Netto und DU-Versorgung grob einschätzen?

BU-Rechner: Versorgungslücke berechnen Persönliche Analyse anfragen
Hinweis Einen Überblick über Ihre bisherigen Rentenansprüche außerhalb des Beamtenverhältnisses erhalten Sie über die Deutsche Rentenversicherung. Diese Ansprüche kommen später zusätzlich zur Beamtenversorgung hinzu.

3. BU vs. DU – wer stellt fest, wer zahlt, wo liegen die Grauzonen?

Viele Ratgeber werfen Berufsunfähigkeit und Dienstunfähigkeit in einen Topf. Für Beamte ist die saubere Trennung entscheidend – sonst verlassen Sie sich auf Leistungen, die am Ende nicht kommen.

Dienstunfähigkeit (DU) Berufsunfähigkeit (BU) Wer stellt fest? Der Dienstherr per amtsärztlicher Untersuchung Wer stellt fest? Der private Versicherer anhand ärztlicher Unterlagen Was wird geprüft? Dienstpflichten dauerhaft nicht mehr erfüllbar Was wird geprüft? Zuletzt ausgeübter Beruf zu mehr als 50 % nicht möglich Wer zahlt? Dienstherr: Pension oder Entlassung Wer zahlt? Versicherer gemäß Vertrag
DU und BU folgen unterschiedlichen Regeln – genau diese Unterschiede entscheiden später über Geld oder Lücke.

Genau hier zeigt sich, warum Beamte nicht einfach eine allgemeine BU-Seite lesen sollten: Eine private Versicherung zahlt im DU-Fall nur, wenn eine DU-Klausel vereinbart ist.

3.2 Typische Grauzonen in der Praxis

  • Teildienstunfähigkeit: Sie werden teilweise dienstunfähig eingestuft, arbeiten z. B. nur noch 50 % – der Dienstherr reduziert die Bezüge, der BU-Versicherer sieht aber noch keine 50 % Berufsunfähigkeit.
  • Anderweitige Verwendung: Sie können Ihren alten Dienstposten nicht mehr ausfüllen, werden aber z. B. in die Verwaltung umgesetzt. Der Dienstherr sieht keine DU, für Sie fühlt sich die Situation trotzdem wie BU an.
  • Lange Krankheitszeiten: Wiederkehrende Krankschreibungen über Monate oder Jahre, ohne dass eine formale DU oder BU festgestellt wird – finanziell oft eine Durststrecke.

Eine gut gestaltete Kombination aus BU und echter DU-Klausel kann genau diese Lücken schließen. Den Gesamtrahmen für Beamte finden Sie auf der Übersichtsseite Versicherungen für Beamte.

4. So finden Sie eine gute Dienstunfähigkeitsklausel

Der Begriff Dienstunfähigkeitsklausel sagt noch nichts über die Qualität aus. Zwischen echter, fast echter und unechter DU-Klausel liegen im Leistungsfall viele tausend Euro Unterschied.

4.1 Die zwei wichtigsten Merkmale

  • Anerkennung der DU-Feststellung: Die Feststellung des Dienstherrn gilt als ausreichender Leistungsnachweis – der Versicherer verzichtet auf ein volles eigenes Prüfrecht. Fehlt das, ist die Klausel im Leistungsfall wenig wert.
  • Absicherung aller Statusgruppen: Beamte auf Widerruf, Probe und Lebenszeit müssen eingeschlossen sein – nicht nur Lebenszeitbeamte. Viele Standard-Tarife decken Anwärter und Probezeitbeamte nur eingeschränkt ab.

Woran Sie eine echte, fast echte oder unechte DU-Klausel konkret erkennen, lesen Sie in der Vertiefung: Dienstunfähigkeitsklausel – echte, fast echte und unechte Klausel im Vergleich.

4.2 Warnsignale – schnelle Orientierung

  • Die DU-Feststellung des Dienstherrn ist nur ein Prüfungsanlass – der Versicherer behält sich eine vollständige eigene BU-Prüfung vor.
  • Die DU-Leistung ist nur für einige Jahre garantiert und wird danach erneut überprüft oder auf BU umgestellt.
  • Beamte auf Widerruf und Probe sind ausgeschlossen oder nur eingeschränkt abgesichert.

In der Beratung prüfe ich bestehende Verträge genau auf diese Stolperfallen – gern auch, wenn Sie bereits einen Vertrag haben und dessen Qualität einschätzen möchten.

5. Zielgruppen im Vergleich – Anwärter, Probe, Lebenszeit & Blaulicht-Berufe

Beamte sind keine homogene Gruppe. Für einen sinnvollen Schutz ist entscheidend, wo Sie in Ihrer Laufbahn stehen und in welchem Bereich Sie arbeiten.

5.1 Beamtenanwärter & Referendare

Höchstes Risiko, geringste Versorgung. Im DU-Fall droht die Entlassung, die Alimentation ist gering, die private Vorsorge meist noch im Aufbau. Ziel ist eine möglichst umfassende BU-/DU-Absicherung bei begrenztem Budget – gern mit Nachversicherungsgarantien für spätere Beförderungen.

5.2 Beamte auf Probe

Auch hier gibt es noch kein sicheres Netz. Der Fokus liegt darauf, das Entlassungsrisiko im DU-Fall abzufedern. Häufig sinnvoll: eine Kombination aus solider BU-Rente, echter DU-Klausel und moderatem Beitrag.

5.3 Beamte auf Lebenszeit

Lebenszeitbeamte haben eine Grundversorgung, aber selten eine volle Einkommensabsicherung. Hier geht es darum, die Versorgungslücke zwischen Pension und letztem Nettoeinkommen zu berechnen, die BU-/DU-Rente passend zu wählen und das Endalter an das realistische Pensionsalter anzupassen.

5.4 Polizei, Feuerwehr, Justizvollzug & vergleichbare Laufbahnen

In den sogenannten Blaulicht-Berufen kommen besondere Risiken hinzu: körperlich und psychisch belastende Einsätze, erhöhtes Unfall- und Verletzungsrisiko, spezielle dienstrechtliche Regelungen. Viele Standard-BU-Tarife sind hier ausgeschlossen oder nur eingeschränkt möglich; die DU-Versicherung muss ausdrücklich auf diese Laufbahnen ausgelegt sein und den Verlust der besonderen Diensttauglichkeit ausdrücklich mit absichern – also auch leisten, wenn theoretisch noch eine Verweisung in den Verwaltungsdienst denkbar wäre.

6. Ursachen der Berufsunfähigkeit nach Alter – was heißt das für Beamte?

Die Statistik hinter der Berufsunfähigkeit ist unspektakulär, aber eindeutig: Die meisten Leistungsfälle entstehen nicht durch Unfälle, sondern durch psychische Erkrankungen, orthopädische Probleme und schwere Erkrankungen wie Krebs oder Herzinfarkt.

Die häufigsten Ursachen (Branchenstatistik 2025)

UrsacheAnteil (gerundet)
Psychische Erkrankungenrund 36 % (knapp 40 % inkl. Nervenerkrankungen)
Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparatesrund 18 %
Krebs und bösartige Erkrankungenrund 17 %
Herz-Kreislauf-Erkrankungeneinstelliger bis niedriger zweistelliger Bereich
Unfällenur ein kleinerer Teil der Fälle

Quelle: Branchenstatistik, Morgen & Morgen BU-Rating 2025. Psychische Erkrankungen sind seit Jahren die mit Abstand häufigste Ursache – ihr Anteil ist langfristig gestiegen (2010 noch unter einem Viertel, 2025 über ein Drittel).

6.1 Unter 40 – Psyche dominiert

In den jüngeren Jahrgängen entfällt ein besonders hoher Anteil der Fälle auf psychische Erkrankungen, dazu kommen Erkrankungen des Bewegungsapparates und – anteilig etwas höher als im Schnitt – Unfälle. Für Beamte, insbesondere Lehrkräfte und Verwaltungsbeamte, bedeutet das: Der Druck im Alltag schlägt sich direkt in den Hauptursachen nieder.

6.2 41 bis 50 – Psyche bleibt, Krebs nimmt zu

In der Altersgruppe 41–50 verschiebt sich der Schwerpunkt nur leicht: psychische Erkrankungen bleiben vorne, gleichzeitig steigt der Anteil von Krebs und anderen schweren Erkrankungen deutlich an.

6.3 Ab 51 – Krebs, Herz & Gefäße holen auf

Ab Mitte 50 rücken Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter nach vorn. Auch hier gilt: Unfälle bleiben ein Randthema. Über alle Altersgruppen liegt das Risiko, im Laufe des Erwerbslebens berufsunfähig zu werden, grob bei etwa einem Viertel. Beamte sind davon nicht ausgenommen – sie haben lediglich ein anderes Versorgungssystem.

7. Endalter – bis wann sollte die Versicherung laufen?

Das Endalter legt fest, bis zu welchem Alter die BU-/DU-Rente maximal gezahlt wird. Es muss zum geplanten Pensionsalter, zur Laufbahn und zur Versorgungslücke passen.

  • Bis 60: nur in wenigen Laufbahnen sinnvoll, in denen ein deutlich vorgezogenes Ruhestandsalter realistisch ist.
  • Bis 63/65: häufig gute Mittelvariante, wenn Ruhestand vor 67 realistisch ist.
  • Bis 67: Standard, wenn Sie Ihre Versorgung auf das reguläre Pensionsalter ausrichten.

Ziel ist, die Zeit abzusichern, in der Sie auf Erwerbseinkommen angewiesen sind. Wenn Sie planen, mit 67 in Pension zu gehen, sollte der Schutz in der Regel ebenfalls bis 67 laufen. Manche Versicherer verknüpfen die DU-Klausel mit bestimmten Endaltern oder Laufbahnen – in der Beratung prüfen wir, ob solche Einschränkungen für Sie gelten und ob es Alternativen gibt.

8. Gesundheitsprüfung & Risikovoranfrage – Strategie statt Zufall

Die beste Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte entsteht nicht im Schnellabschluss, sondern mit klarer Antragsstrategie. Gerade bei Vorerkrankungen entscheidet das Vorgehen darüber, ob Sie einen guten Vertrag bekommen – oder mit Ablehnungen und Ausschlüssen leben müssen.

8.1 Vorbereitung der Gesundheitsfragen

Vor dem Antrag sollten Sie eine Patientenquittung oder Leistungsübersicht der Krankenversicherung anfordern, wichtige Arztberichte besorgen (z. B. Psychotherapie, Orthopädie, Reha) und alle relevanten Diagnosen, Medikamente und Krankschreibungen der letzten Jahre zusammenstellen. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Ratgeber Gesundheitsfragen bei BU und Krankenversicherung richtig ausfüllen.

8.2 Wie funktioniert die Risikovoranfrage?

Bei der Risikovoranfrage melden wir Ihre Daten anonymisiert oder datensparsam an mehrere Gesellschaften und fragen, ob eine normale Annahme möglich ist, ob ein Zuschlag erforderlich ist, ob bestimmte Risiken ausgeschlossen würden oder ob der Versicherer Sie gar nicht versichern möchte. Erst wenn wir diese Antworten haben, entscheiden wir gemeinsam, bei wem ein Antrag Sinn ergibt. So vermeiden wir unnötige Ablehnungen. Das genaue Vorgehen steht auf der Seite Risikovoranfrage Berufsunfähigkeit und Krankenversicherung.

9. Zusammenspiel mit PKV, Beihilfe & Altersvorsorge

Dienstunfähigkeit betrifft nicht nur Ihr Einkommen, sondern auch Ihre Krankenversicherung und Ihre Altersvorsorge. Eine durchdachte Planung betrachtet alle Bausteine gemeinsam.

9.1 DU & PKV/Beihilfe

Bei vorzeitiger DU-Pension bleiben Sie in der Regel beihilfeberechtigt, die Beihilfequote ändert sich also nicht automatisch. Was sich ändert, ist die Basis für die Beiträge zur privaten Krankenversicherung: Statt aktiver Dienstbezüge fließt eine oft deutlich niedrigere Pension. Eine ausreichend hohe BU-/DU-Rente ist deshalb auch wichtig, um die PKV-Beiträge im Ruhestand tragen zu können. Details im Leitfaden Krankenversicherung für Beamte in NRW – Beihilfe und PKV erklärt.

9.2 DU & Altersvorsorge

Jede Phase der Dienstunfähigkeit verkürzt die aktive Dienstzeit und damit die Zahl der ruhegehaltfähigen Jahre. Gleichzeitig können zusätzliche private Sparbeiträge in dieser Phase meist nicht mehr in voller Höhe geleistet werden. Eine BU-/DU-Rente, die bewusst etwas über dem aktuellen Bedarf liegt, kann helfen, trotz DU weiter in die Altersvorsorge einzuzahlen. Wie sich Dienstunfähigkeit, Teilzeit und Auslandszeiten auf die Altersvorsorge auswirken, erläutere ich auf der Seite Altersvorsorge für Beamte.

10. Was kostet eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte?

Eine pauschale Zahl ist unseriös – aber eine grobe Einordnung hilft. Die Beiträge hängen von Alter, Laufbahn, Gesundheitszustand, Rentenhöhe, Endalter und Tarifauswahl ab.

  • 25-jährige Lehramtsanwärterin, BU-/DU-Rente 1.500 €, Endalter 67: Beitrag häufig im niedrigen dreistelligen Bereich.
  • 35-jähriger Beamter auf Lebenszeit (Verwaltung), BU-/DU-Rente 2.000 €, Endalter 65: Beitrag meist mittlerer dreistelliger Bereich – je nach Gesundheitszustand.
  • 45-jähriger Polizeibeamter mit besonderen Risiken: Beiträge oft höher, gegebenenfalls mit Zuschlägen oder speziellen Tarifen.

Entscheidend ist nicht der billigste Tarif, sondern das Verhältnis aus Beitrag, Leistung und Bedingungen. Wenn Sie keine Beamtenversorgung haben und eine klassische BU-Lösung suchen, ist die Seite Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) Aachen relevanter.

11. So läuft die Beratung ab

Statt Standard-Beratung nach Schema F erhalten Sie eine strukturierte Analyse Ihrer persönlichen Situation als Beamter oder Beamtin.

  1. Status & Versorgung aufnehmen: Beamtenstatus, bisherige Dienstzeit, Teilzeit- und Auslandsphasen sowie vorhandene Renten- und Pensionsansprüche.
  2. Versorgungslücke berechnen: Wir vergleichen Ihr heutiges Nettoeinkommen mit dem, was bei DU-Pension oder Entlassung realistisch zu erwarten ist – inklusive PKV-Beiträgen. Ein erster Anhaltspunkt: der BU-Rechner: Versorgungslücke.
  3. Konzept erstellen: sinnvolles Endalter, Rentenhöhe, Dynamik und Anforderungen an die DU-Klausel – abgestimmt auf Ihr Budget.
  4. Gesundheitsdaten strukturieren & Risikovoranfrage starten: Wir bereiten Ihre Gesundheitsinformationen auf und fragen anonymisiert bei geeigneten Versicherern an.
  5. Tarife vergleichen & Antrag stellen: Erst danach wählen wir den Vertrag mit dem besten Gesamtpaket und stellen den Antrag – mit vollständigen, sauberen Angaben.
  6. Laufende Begleitung: Bei Beförderungen, Familienzuwachs oder Teilzeit passen wir das Konzept an; im Leistungsfall unterstütze ich Sie bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Meine Einschätzung

Jan Pohl, Versicherungsmakler aus Aachen

Bei Beamten sehe ich zwei Fehler immer wieder: Anwärter und Probezeitbeamte verschieben die Absicherung „bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit" – obwohl genau in dieser Phase das Risiko am höchsten und die Versorgung am niedrigsten ist. Und Lebenszeitbeamte verlassen sich auf die Pension, ohne die echte Lücke zum Nettoeinkommen je ausgerechnet zu haben. Mein Ansatz: erst die Versorgungslücke nüchtern berechnen, dann auf eine DU-Klausel achten, die die Entscheidung des Dienstherrn wirklich anerkennt – und vor dem Antrag immer die Risikovoranfrage. Das erspart später teure Überraschungen.

Jan Pohl – Fachwirt für Finanzberatung (IHK), ungebundener Versicherungsmakler in Aachen, zugelassen nach § 34d GewO

Häufige Fragen zur Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte

Zahlt die Versicherung automatisch, wenn ich dienstunfähig werde?

Nein. Eine private Versicherung leistet im DU-Fall nur, wenn eine DU-Klausel vereinbart ist und diese die Feststellung des Dienstherrn anerkennt. Bei einer „unechten" Klausel behält sich der Versicherer trotz DU-Feststellung eine eigene, vollständige BU-Prüfung vor – dann ist die Leistung nicht sicher.

Was ist der Unterschied zwischen Dienstunfähigkeit und Berufsunfähigkeit?

Die Dienstunfähigkeit stellt der Dienstherr per amtsärztlicher Untersuchung fest und entscheidet über Pension oder Entlassung. Die Berufsunfähigkeit prüft der private Versicherer anhand ärztlicher Unterlagen – maßgeblich ist, ob der zuletzt ausgeübte Beruf zu mehr als 50 % dauerhaft nicht mehr ausübbar ist. Beides kann auseinanderfallen.

Brauchen Anwärter und Referendare schon eine DU-Versicherung?

Gerade sie. Beamte auf Widerruf haben das höchste Risiko und die geringste Versorgung: Im DU-Fall droht die Entlassung mit nur sehr geringen Ansprüchen. Eine frühe, gut gewählte Absicherung mit Nachversicherungsgarantien für spätere Beförderungen ist hier besonders wichtig.

Wie groß ist die Versorgungslücke im DU-Fall?

Das hängt von Status und Dienstjahren ab. Wer früh dienstunfähig wird, kommt oft nur auf 40–50 % der letzten Bezüge. In den Beispielen einer Lehrerin A13 reicht die Lücke von rund 1.300 € (mit 30 Dienstjahren) bis über 2.000 € monatlich (auf Probe). Ihre persönliche Lücke lässt sich vorab grob berechnen.

Was ist eine „echte" Dienstunfähigkeitsklausel?

Bei einer echten DU-Klausel gilt die Feststellung der Dienstunfähigkeit durch den Dienstherrn als ausreichender Leistungsnachweis – der Versicherer verzichtet auf ein volles eigenes Prüfrecht. Zusätzlich sollten alle Statusgruppen (Widerruf, Probe, Lebenszeit) eingeschlossen sein.

Bis zu welchem Endalter sollte der Schutz laufen?

In der Regel bis zum geplanten Pensionsalter – häufig 65 oder 67. Ein früheres Endalter ist nur in Laufbahnen mit deutlich vorgezogenem Ruhestand sinnvoll. Der Schutz soll die Zeit absichern, in der Sie auf Erwerbseinkommen angewiesen sind.

Was kostet eine DU-Versicherung für Beamte?

Eine pauschale Zahl ist unseriös. Die Beiträge hängen von Alter, Laufbahn, Gesundheit, Rentenhöhe und Endalter ab – für junge Anwärter oft im niedrigen dreistelligen Bereich, bei besonderen Laufbahnen (z. B. Polizei) höher. Entscheidend ist das Verhältnis aus Beitrag, Leistung und Bedingungen.

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Prüfen Sie, ob Ihre Dienstunfähigkeitsversicherung wirklich trägt – oder ob Sie bislang gar keinen DU-Schutz haben. Wir berechnen Ihre Versorgungslücke und achten auf eine DU-Klausel, die im Ernstfall hält. Ungebunden.

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Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung im Einzelfall. Versorgungs- und Beitragsbeispiele sind grob gerundet und unverbindlich; maßgeblich sind Ihre persönliche Situation, das jeweilige Landes- bzw. Bundesbeamtenrecht und die konkreten Versicherungsbedingungen. Statistische Angaben zu den Ursachen der Berufsunfähigkeit nach Morgen & Morgen (BU-Rating 2025). Stand: 2026.