Versorgungsauskunft für Beamte in NRW verstehen
Die Versorgungsauskunft zeigt eine Modellrechnung nach den gespeicherten Daten und der heutigen Rechtslage. Sie ist der richtige Ausgangspunkt für die Ruhestandsplanung – aber noch nicht das verfügbare Nettoeinkommen und keine Garantie für einen unveränderten späteren Zahlbetrag.
01 · Direkte Antwort
Was sagt die Versorgungsauskunft aus?
Sie beziffert den voraussichtlichen beamtenrechtlichen Versorgungsanspruch auf Basis der zum Stichtag bekannten Daten und der geltenden Rechtslage. Sie zeigt insbesondere ruhegehaltfähige Dienstzeiten und Dienstbezüge, den daraus abgeleiteten Ruhegehaltssatz sowie die angenommene Bruttoversorgung.
Sie zeigt regelmäßig nicht vollständig, wie viel Geld im Ruhestand tatsächlich verfügbar ist. Einkommensteuer, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Kaufkraftverlust, private Vorsorge und persönliche Ausgaben müssen ergänzt werden.
02 · Rechtslage NRW
Wer eine Versorgungsauskunft beantragen kann
Nach § 57 Absatz 10 LBeamtVG NRW hat die zuständige Behörde Beamtinnen und Beamten, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, auf Antrag eine Versorgungsauskunft zu erteilen. Ein wiederholter Antrag ist grundsätzlich frühestens nach drei Jahren möglich.
Regelfall ab 55
Die Auskunft wird bei der zuständigen Versorgungsfestsetzungsbehörde beantragt und nicht zwingend automatisch versandt.
Besonders begründeter Fall
Eine frühere Auskunft oder ein kürzerer Wiederholungsabstand kann gesetzlich möglich sein, wenn der Fall besonders begründet ist.
03 · Lesereihenfolge
Diese Angaben sollten Sie kontrollieren
| Angabe | Bedeutung | Typische Prüffrage |
|---|---|---|
| Berechnungsstichtag | Auf diesen Tag beziehen sich Daten und Rechtslage. | Gab es danach Beförderung, Teilzeit, Elternzeit oder Dienstherrnwechsel? |
| Ruhestandsbeginn | Bestimmt die angenommene verbleibende Dienstzeit. | Wurde die für Ihre Laufbahn geltende Altersgrenze angesetzt? |
| Ruhegehaltfähige Dienstbezüge | Gesetzlich berücksichtigte Bezügebestandteile als Rechenbasis. | Welche Besoldungsgruppe, Stufe und Zulagen wurden verwendet? |
| Ruhegehaltfähige Dienstzeit | Voll oder anteilig berücksichtigte Zeiträume. | Sind Teilzeit, Vordienst-, Ausbildungs- und Beurlaubungszeiten richtig erfasst? |
| Ruhegehaltssatz | Prozentsatz aus der ruhegehaltfähigen Dienstzeit. | Passt der Satz zu den ausgewiesenen Jahren und Quoten? |
| Abschlag / Kürzung | Minderung wegen vorzeitigem Ruhestand oder anderer Vorschriften. | Ist der angenommene Ruhestandsgrund korrekt? |
| Zuschläge | Zum Beispiel Kindererziehungs- oder Pflegezuschläge. | Sind Zuordnung und Zeiträume vollständig? |
| Weitere Ansprüche | Können Anrechnungs- oder Ruhensvorschriften auslösen. | Sind Renten und andere Versorgungen richtig zugeordnet? |
04 · Berechnung
Wie das Ruhegehalt grundsätzlich entsteht
Nach § 16 Absatz 1 LBeamtVG NRW beträgt der Ruhegehaltssatz grundsätzlich 1,79375 Prozent für jedes Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit, höchstens 71,75 Prozent.
05 · Visualisierung
Vom Bruttoruhegehalt zum verfügbaren Ruhestandsbudget
06 · Dienstzeit
Warum Kalenderjahre und ruhegehaltfähige Jahre auseinanderfallen
Teilzeit
Teilzeitzeiten sind grundsätzlich nur im Verhältnis der ermäßigten zur regelmäßigen Arbeitszeit ruhegehaltfähig.
Beurlaubung ohne Dienstbezüge
Sie ist nicht automatisch ruhegehaltfähig. Gesetzliche Ausnahmen und vorherige Entscheidungen sind für den konkreten Zeitraum zu prüfen.
Vordienst- und Ausbildungszeiten
Bestimmte Zeiten können kraft Gesetzes oder aufgrund einer Entscheidung berücksichtigt werden. Entscheidend ist, was im Datensatz anerkannt wurde.
Kindererziehung und Pflege
Diese Zeiten erhöhen nicht pauschal die Dienstzeit; das Gesetz sieht unter Voraussetzungen eigene Zuschläge vor.
07 · Vorzeitiger Ruhestand
Abschläge und Dienstunfähigkeit nicht vermischen
Nach § 16 Absatz 2 LBeamtVG NRW kann sich das Ruhegehalt bei bestimmten Formen eines vorzeitigen Ruhestands um 3,6 Prozent für jedes maßgebliche Jahr vermindern. Altersgrenzen, Höchstbegrenzungen und Ausnahmen hängen vom Ruhestandsgrund und von der Laufbahn ab.
Eigener Antrag
Der Abstand zur gesetzlichen Altersgrenze kann einen dauerhaften Abschlag auslösen.
Dienstunfähigkeit
Hier gelten eigene Regeln zu Zurechnungszeit, Abschlägen und Mindestversorgung. Das Szenario muss separat gerechnet werden.
Besondere Altersgrenzen
Polizei, Feuerwehr und andere Laufbahnen können abweichende Altersgrenzen haben.
Dienstunfall
Unfallruhegehalt folgt anderen Voraussetzungen als die allgemeine Altersversorgung.
Die frühe Einkommenslücke wird im Dossier Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte behandelt.

Einschätzung von Jan Pohl
Aus der Auskunft wird erst durch die Nettoebene ein Plan
Für eine Finanzentscheidung brauche ich neben dem beamtenrechtlichen Bruttoanspruch den Nettoeffekt aus Steuern und Krankenversicherung sowie den gewünschten Lebensstandard. Erst wenn diese Ebenen getrennt und anschließend zusammengeführt werden, wird die Versorgungsauskunft zur belastbaren Ruhestandsplanung.
Jan Pohl · Fachwirt für Finanzberatung (IHK) · ungebundener Versicherungsmakler in Aachen
08 · Vertiefungen
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Auswertung anfragen09 · Häufige Fragen
FAQ zur Versorgungsauskunft in NRW
Ab wann kann ich eine Versorgungsauskunft beantragen?
Regelmäßig nach Vollendung des 55. Lebensjahres. In besonders begründeten Fällen kann eine frühere Auskunft möglich sein.
Wie oft kann ich eine neue Auskunft erhalten?
Grundsätzlich frühestens nach drei Jahren; in besonders begründeten Fällen kann ein kürzerer Abstand zulässig sein.
Ist die Auskunft verbindlich?
Sie steht unter dem Vorbehalt künftiger Sach- und Rechtsänderungen sowie der Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten.
Wie hoch ist der Ruhegehaltssatz pro Jahr?
In NRW grundsätzlich 1,79375 Prozent je ruhegehaltfähigem Dienstjahr, höchstens 71,75 Prozent.
Wird Teilzeit vollständig angerechnet?
Nein. Sie ist grundsätzlich nur entsprechend dem Verhältnis der ermäßigten zur regelmäßigen Arbeitszeit ruhegehaltfähig.
Zeigt die Auskunft meine Nettopension?
Nein. Steuern, Kranken- und Pflegeversicherung sowie persönliche Ausgaben müssen separat eingeordnet werden.
Ist Dienstunfähigkeit vollständig enthalten?
Nicht zwingend. Ein früher Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit folgt eigenen Regeln und sollte separat berechnet werden.
Was tue ich bei fehlenden Dienstzeiten?
Die Abweichung wird mit Nachweisen schriftlich bei der Personal- oder Versorgungsstelle geklärt.
10 · Rechtsgrundlage
Offizielle Grundlage
Geprüft am 1. August 2026. Maßgeblich sind die individuelle Auskunft, die Daten der Personalakte und die im späteren Versorgungsfall geltende Rechtslage.
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