Sachversicherungen für Beamte: Welche Sparten wirklich zählen
Der Dienstherr sichert Sie in vielen Lagen ab – aber längst nicht in allen. Diese Seite ordnet die Sachsparten in eine Reihenfolge: Was zuerst gehört, was warten kann, und wo der Beamtenrabatt tatsächlich etwas bringt.
Das Wichtigste in Kürze: Beamtinnen und Beamte brauchen dieselben Sachversicherungen wie alle anderen – mit zwei Besonderheiten. Erstens kommt der dienstliche Schutz hinzu, den es in der Privatwirtschaft so nicht gibt. Zweitens gibt es Beamtentarife mit Rabatten von typischerweise 5 bis 15 Prozent, bei Kfz teils bis 20 Prozent. Der Rabatt ist aber der letzte Prüfschritt, nicht der erste: Ein Tarif mit 15 Prozent Nachlass nützt nichts, wenn er beim Schließanlagen-Austausch oder bei Elementarschäden schlechter leistet.
Welche Sachversicherungen braucht ein Beamter?
Existenziell ist genau eine: die private Haftpflicht mit ausreichender Deckungssumme – bei Eigentum kommt die Wohngebäudeversicherung hinzu. Danach folgt die tätigkeitsbezogene Prüfung: Sind Ihre dienstlichen Haftungsrisiken erfasst – Schlüssel, echte Vermögensschäden, Dienstfahrzeug, Ausrüstung? Und erst dann die Kostenabsicherung: ein Rechtsschutz, der beamten- und dienstrechtliche Auseinandersetzungen erfasst, Hausrat je nach Wert des Hausstands, eine private Unfallversicherung als Ergänzung zum Dienstunfallschutz. Rechtsschutz ist sinnvoll, aber keine Existenzfrage wie die Haftpflicht – die Reihenfolge sollte das abbilden.
Drei Fragen, mit denen Sie in fünf Minuten wissen, wo Sie stehen: Steht in Ihrer Haftpflicht ein dienstlicher Baustein – oder nur der private Teil? Welche Deckungssumme steht dort, und stammt sie noch aus der ersten Wohnung? Und enthält Ihr Rechtsschutz ein Modul für den öffentlichen Dienst? Wer eine der drei Fragen nicht beantworten kann, hat den häufigsten Fall vor sich.
Die drei Ebenen der Absicherung
Beamte denken beim Thema Absicherung zuerst an Beihilfe, Versorgung und Dienstunfähigkeit. Das ist richtig – nur ist das die Personenseite. Auf der Sachseite gibt es drei Ebenen, die sich nicht gegenseitig ersetzen. Der häufigste Fehler in der Beratung liegt genau an der Naht zwischen ihnen.
Der private Sachschutz
Hier unterscheidet sich ein Beamter im Kern nicht von einer Ingenieurin in der Industrie. Der Unterschied liegt im Detail – und in den Tarifen, die Ihnen offenstehen.
Haftpflicht: die eine Police, die existenziell ist
Wer einen schweren Personenschaden schuldhaft verursacht, haftet grundsätzlich mit seinem gesamten Vermögen – und Personenschäden können über Jahrzehnte laufende Pflege-, Erwerbsausfall- und Rentenleistungen auslösen. Deshalb ist die Deckungssumme hier keine Geschmacksfrage: 20 bis 50 Mio. € pauschal sind heute der sinnvolle Rahmen, nicht 3 Mio. aus einem Vertrag von 2009. Achten Sie auf die Bausteine, die im Alltag wirklich greifen: Deliktunfähigkeit von Kindern, Forderungsausfall, Gefälligkeitsschäden, Schlüsselverlust für private Schlüssel. Beitragsvorteile für Beamte liegen hier je nach Anbieter bei etwa 5 bis 10 Prozent – nett, aber kein Kriterium.
Wichtig, und häufig missverstanden: Dienstschlüssel sind nicht automatisch mitversichert. Manche modernen Privathaftpflicht-Tarife schließen den Verlust fremder beruflicher oder dienstlicher Schlüssel ausdrücklich ein, andere überlassen das dem dienstlichen Baustein. Entscheidend sind der versicherte Schlüsselbegriff, die Summe und die Frage, ob Kosten für den Austausch einer Schließanlage mitgetragen werden. Was in Ihrem Vertrag steht, sollte niemand raten.
Hausrat: häufig zu niedrig angesetzt
In der Beratung sehe ich immer wieder Haushälte, die über die Jahre gewachsen sind, während die Versicherungssumme aus dem alten Vertrag stehen blieb. Die Folge ist Unterversicherung: Der Versicherer kürzt dann auch bei einem kleinen Schaden anteilig. Der Unterversicherungsverzicht gehört deshalb in jeden Vertrag. Beitragsvorteil je nach Anbieter etwa 5 bis 15 Prozent, hier tatsächlich oft verbunden mit besseren Leistungspaketen.
Wohngebäude: erst beim Eigentum, dann aber sorgfältig
Relevant wird die Sparte mit dem Kauf oder Bau. Die Themen: Wert 1914, Photovoltaik, und vor allem der Elementarbaustein – dazu weiter unten der Aachener Punkt.
Der dienstliche Schutz
Das ist die Ebene, die es in der Privatwirtschaft so nicht gibt – und die in der Beratung am häufigsten fehlt. Verletzen Sie in Ausübung Ihres Amtes die Rechte eines Dritten, richtet sich dessen Anspruch grundsätzlich gegen den Dienstherrn, nicht gegen Sie persönlich (Art. 34 GG, § 839 BGB). Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz kommt aber ein Rückgriff gegen Sie in Betracht. Entsteht der Schaden unmittelbar beim Dienstherrn – das beschädigte Dienstgerät, die zerstörte Schließanlage – greifen dieselben beamtenrechtlichen Haftungsregeln. Ob und in welcher Höhe tatsächlich Regress verlangt werden kann, hängt vom Sachverhalt, der Verschuldensform und dem anwendbaren Bundes- oder Landesrecht ab.
Das gilt nicht nur für Beamte: Für Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst ist die Haftung nach § 3 Abs. 6 TVöD bzw. § 3 Abs. 7 TV-L ebenfalls auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt – der TV-L verweist dazu ausdrücklich auf das Beamtenrecht des jeweiligen Landes. Die aus dem allgemeinen Arbeitsrecht bekannte anteilige Haftung bei mittlerer Fahrlässigkeit gilt hier also gerade nicht.
Diensthaftpflicht – das Thema hat eine eigene Seite
Der Regress des Dienstherrn, der Verlust eines Dienstschlüssels mit Schließanlage, echte Vermögensschäden durch einen falschen Bescheid, Schäden am Dienstfahrzeug: Das sind eigene Klauseln mit eigenen Grenzen, und sie unterscheiden sich je nach Berufsgruppe erheblich. Weil das zu viel für einen Abschnitt ist, steht es vollständig auf einer eigenen Seite – mit den Rechtsgrundlagen, dem Klauselvergleich und den Deckungssummen.
Zur Diensthaftpflicht: Regress, Klauseln, Deckungssummen Für Ärztinnen und Ärzte gelten Sonderregeln, weil die Heilbehandlung nicht hoheitlich ist: Diensthaftpflicht für Ärzte.
Für diese Seite reicht die Einordnung: Der dienstliche Schutz ist meist ein Zusatzbaustein zur Privathaftpflicht und kostet wenig. Genau deshalb sollte er nicht am Preis, sondern an den Klauseln ausgewählt werden. Und er ist der einzige Baustein, bei dem ich in der Reihenfolge vor allen anderen Sachsparten prüfe.
Welche Klauseln zählen, hängt an Ihrer Tätigkeit:
Dienstunfall und Rechtsschutz
Dienstunfall deckt nur den Dienst
Die Unfallfürsorge ist gut – sie greift bei anerkannten Dienstunfällen, also während der Dienstausübung und auf dem Weg zwischen Wohnung und Dienststelle. Es gibt gesetzliche Sonderfälle, etwa bei einem Angriff, der Sie gerade wegen Ihrer dienstlichen Stellung trifft. Reine Freizeitunfälle fallen aber regelmäßig nicht darunter – und die passieren im Haushalt, im Sport und im Straßenverkehr. Ob eine private Unfallversicherung sinnvoll ist, hängt bei Beamten allerdings stärker vom Gesamtbild ab als bei Angestellten: Wer eine belastbare Dienstunfähigkeitsabsicherung und Rücklagen hat, braucht sie seltener als jemand ohne beides. Das ist eine Frage der Priorisierung, keine Pflichtübung.
Rechtsschutz: ohne Beamtenmodul im Dienst wirkungslos
Das ist der Punkt, an dem die meisten Bestandsverträge scheitern. Ein reiner Privat-Rechtsschutz reicht für dienstliche Auseinandersetzungen regelmäßig nicht aus. Die Bausteinnamen sind am Markt allerdings nicht einheitlich definiert – prüfen Sie deshalb die Leistungsfragen statt der Überschriften:
- Sind beamtenrechtliche Streitigkeiten vor den Verwaltungsgerichten versichert?
- Gilt der Schutz schon im Widerspruchsverfahren – oder erst vor Gericht?
- Sind Disziplinarverfahren ausdrücklich mitversichert?
- Besteht Straf-Rechtsschutz bei dienstlichen Vorwürfen, und wie werden Vorsatzvorwürfe behandelt?
- Sind Beurteilung, Versetzung und Konkurrentenstreit erfasst?
Tarife für den öffentlichen Dienst bündeln diese Leistungen häufig und bieten zugleich einen Beitragsvorteil von etwa 5 bis 15 Prozent. Nach meiner Marktbeobachtung zeigen Rabatt und Leistung hier ausnahmsweise in dieselbe Richtung.
Relevant wird das schneller, als viele denken – ein Vorwurf im Zusammenhang mit einer Amtshandlung, ein Streit über die Beurteilung, ein Disziplinarverfahren. (Eine Dienstaufsichtsbeschwerde allein ist übrigens noch kein Versicherungsfall; relevant werden die Verfahren, die daraus entstehen können.) Und hier liegt der Haken: Rechtsschutzverträge haben eine Wartezeit, im Verwaltungsrecht typischerweise drei Monate. Wer den Vertrag erst abschließt, wenn der Konflikt da ist, kommt zu spät. Das ist der Vertrag, den man vorher gebraucht hätte.
Beamtenrabatte: Wo sie etwas bringen – und wo nicht
Beamtentarife sind real, aber sie sind kein Argument, an dem eine Entscheidung hängen sollte. Ob es sich um einen ausdrücklichen Rabatt oder um eine eigenständige Tarifkalkulation für die Berufsgruppe handelt, ist von außen oft nicht erkennbar. Die Größenordnungen aus meiner Tarifsichtung:
| Sparte | Typischer Beamtenrabatt | Einordnung |
|---|---|---|
| Hausrat | 5–15 % | Attraktiv, teils mit besseren Leistungspaketen verbunden |
| Private Haftpflicht | 5–10 % | Solide – aber Leistung vor Preis, hier geht es um Existenzen |
| Wohngebäude | selektiv | Vor allem bei Eigennutzung, kleiner als bei Hausrat |
| Rechtsschutz | 5–15 % | Nur mit Beamten-/Disziplinarmodul sinnvoll |
| Kfz | 5–20 % | Teils als eigener Beamtentarif – zur Kfz-Versicherung |
| Dienstlicher Schutz | nebensächlich | Der Beitrag ist ohnehin gering – hier zählt allein die Klausel |
Der Denkfehler, den ich in der Beratung am häufigsten korrigiere: Ein Rabatt von 15 Prozent auf einen Tarif, der beim Schaden schlechter leistet, ist kein Sparen. Er ist eine Wette darauf, dass nichts passiert.
Was in Aachen und an der RWTH dazukommt
Drei regionale Punkte, die in einem bundesweiten Standardvergleich untergehen:
Elementarschutz ist hier keine theoretische Frage
Die Städteregion Aachen wurde im Juli 2021 von Starkregen und dem folgenden Hochwasser hart getroffen – die Inde trat über die Ufer, Eschweiler und Stolberg standen unter Wasser. Solche Schäden sind in der Grunddeckung von Hausrat und Wohngebäude (Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel) nicht enthalten. Versichert ist übrigens nicht das Wetterereignis „Starkregen“ als solches, sondern die dadurch verursachte Überschwemmung nach der Definition Ihres Vertrags – und beim Rückstau hängt die Leistung oft an einer funktionsfähigen Rückstausicherung. Wer hier Eigentum hat oder in Gewässernähe wohnt, sollte den Elementarbaustein nach meiner Einschätzung nicht als Extra behandeln. Das ist der eine Punkt, bei dem ich in der Region deutlich werde.
Verbeamtet oder TV-L? An der RWTH ist das keine Formalie
An der RWTH und den Aachener Hochschulen arbeiten sehr viele Menschen im öffentlichen Dienst, ohne verbeamtet zu sein – wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf TV-L-Stellen, oft befristet. Für die Tarifwahl kommt es darauf an, wie der Versicherer seine Berufsgruppe definiert: Manche Vorteile setzen echten Beamtenstatus voraus, andere gelten für den „öffentlichen Dienst“ insgesamt und damit auch für Tarifbeschäftigte. Der dienstliche Haftungsschutz ist ohnehin ein Thema, weil auch Tarifbeschäftigte bei grober Fahrlässigkeit in Regress genommen werden können (§ 3 Abs. 6 TVöD, § 3 Abs. 7 TV-L). Wer angestellt in der Wissenschaft arbeitet, findet die passende Einordnung auf der Haftpflicht-Seite für wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden. Verbeamtete Hochschulbeschäftigte und Professorinnen gehen dagegen auf die Hochschul-Seite.
Grenzlage: Belgien und die Niederlande sind Alltag
Aus Aachen ist man in zwanzig Minuten im Ausland. Für die Privathaftpflicht wird damit praktisch, was sonst Kleingedrucktes bleibt: Wie ist der räumliche Geltungsbereich definiert, gibt es zeitliche Grenzen für Auslandsaufenthalte, und wie behandelt der Vertrag einen vorübergehenden Wohnsitz im Ausland – etwa bei einer längeren Forschungsphase? Die Spannen unterscheiden sich am Markt erheblich. Wer regelmäßig in Maastricht oder Lüttich unterwegs ist, sollte das im Vertrag stehen haben und nicht hoffen.
Die richtige Reihenfolge nach Lebensphase
Nicht alles auf einmal. Was wann sinnvoll ist:
Studium und Referendariat
Solange Sie in der Erstausbildung sind und keine eigene Berufstätigkeit aufgenommen haben, sind Sie oft noch über die elterliche Privathaftpflicht mitversichert – das ist aber tarifabhängig und endet mit dem Vorbereitungsdienst oft schneller als gedacht. Lassen Sie sich das vom Versicherer der Eltern schriftlich bestätigen, bevor Sie sich darauf verlassen. Der dienstliche Schutz fängt bereits im Referendariat an zu zählen: Wer eine Klasse beaufsichtigt, trägt Verantwortung – gleich, welchen Status er hat.
Beamtin oder Beamter auf Probe
Jetzt eigene Privathaftpflicht mit dienstlichem Baustein, eigener Hausrat sobald der Hausstand steht, und der Rechtsschutz mit Beamtenmodul. In dieser Phase entstehen die Verträge, die dreissig Jahre laufen – deshalb lohnt es sich, hier genau hinzusehen statt schnell abzuschließen.
Auf Lebenszeit
Der Zeitpunkt für den ersten echten Bestandscheck: Passen die Deckungssummen noch? Ist der Hausrat mitgewachsen? Steht das Beamtenmodul im Rechtsschutz oder nur im Prospekt?
Familie und Eigenheim
Die Phase mit den meisten Veränderungen: Kinder in die Haftpflicht (mit Deliktunfähigkeits-Baustein), Wohngebäude neu, Hausratsumme deutlich nach oben, Elementar dazu. In und um Aachen ist Letzteres der Punkt, an dem ich am hartnäckigsten bin.
Spätere Jahre und Ruhestand
Der dienstliche Baustein wird zur Nachhaftungsfrage – Regressansprüche können nach dem Ausscheiden noch auflaufen. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an manchem, was Jahrzehnte lang mitlief. Auch das ist ein Grund, nicht alles einfach weiterlaufen zu lassen.
Zwei Fälle aus der Beratung
Der Schlüssel, der die Schule kostet
Eine Lehrkraft verliert den Generalschlüssel. Die Schließanlage muss getauscht werden, die Rechnung liegt im fünfstelligen Bereich. Ob der Schaden versichert ist, entscheidet sich an zwei Fragen: Besteht überhaupt ein wirksamer Regressanspruch des Dienstherrn – und deckt der Vertrag dienstliche Schlüssel samt Schließanlagenkosten? Steht dazu nichts in den Bedingungen, zahlt das Privatvermögen.
Der Hausrat, der zu klein war
Nach einem Einbruch stellt sich heraus: Die Versicherungssumme stammt aus der ersten Wohnung, der Hausstand ist seither deutlich gewachsen. Der Versicherer kürzt wegen Unterversicherung anteilig. Ein Unterversicherungsverzicht hätte das verhindert – er kostet fast nichts.
Typische Stolperfallen
- Den Rabatt vor die Leistung stellen. Der Beamtenstatus öffnet Tarife – er macht sie nicht automatisch besser. Erst prüfen, was im Schadenfall passiert, dann rechnen.
- Beim Schlüssel auf gut Glück vertrauen. Ob dienstliche Schlüssel gedeckt sind, steht in den Bedingungen – mal in der Privathaftpflicht, mal nur im dienstlichen Baustein, oft mit eigener Höchstsumme. Nachlesen statt annehmen.
- Rechtsschutz ohne Beamtenmodul. Disziplinarverfahren sind im Standardtarif nicht drin. Das fällt erst auf, wenn es zu spät ist.
- Elementar als Extra behandeln. Nach dem Hochwasser 2021 sehe ich in dieser Region kaum noch einen sachlichen Grund, auf den Baustein zu verzichten.
- Alte Deckungssummen weiterlaufen lassen. 3 Mio. € Haftpflicht waren 2009 normal. Bei einem schweren Personenschaden mit jahrzehntelangen Renten- und Pflegekosten sind sie es nicht mehr.
Beamte sind sehr gut abgesichert – aber nicht immer da, wo sie es vermuten. Der Reflex „Der Dienstherr regelt das schon“ stimmt nur, solange der Vorwurf nicht grobe Fahrlässigkeit lautet. Deshalb prüfe ich in dieser Reihenfolge:
Erstens den dienstlichen Haftungsschutz, weil dort die größte Lücke bei der kleinsten Prämie sitzt. Zweitens die private Haftpflicht – Deckungssumme, Familie, Auslandsklausel. Drittens den Sachschutz, weil der Hausrat in der Beratung auffällig oft zu niedrig versichert ist. Und erst zum Schluss die Beamtenrabatte, weil sie den Unterschied zwischen zwei guten Tarifen machen, nicht den zwischen gutem und schlechtem.
Jan Pohl · ungebundener Versicherungsmakler in Aachen
Nächste Schritte
Der schnellste Weg zu Klarheit ist ein Blick in die bestehenden Verträge. Drei Fragen reichen für den Anfang: Steht der dienstliche Baustein überhaupt drin? Welche Deckungssumme hat die Privathaftpflicht? Und enthält der Rechtsschutz ein Modul für den öffentlichen Dienst? Wenn Sie möchten, sehe ich mir Ihren Bestand an und sage Ihnen, wo eine echte Lücke ist – und wo nicht.
Häufige Fragen
Welche Sachversicherungen braucht ein Beamter wirklich?
Existenziell ist die private Haftpflicht mit ausreichender Deckungssumme, bei Immobilieneigentum zusätzlich die Wohngebäudeversicherung. Danach folgt die tätigkeitsbezogene Prüfung der dienstlichen Haftungsrisiken: Schlüssel, echte Vermögensschäden, Dienstfahrzeug, Ausrüstung. Rechtsschutz mit Leistungen für beamten- und dienstrechtliche Auseinandersetzungen sowie Hausrat und private Unfallversicherung sind sinnvolle Kostenabsicherungen – aber keine Existenzfrage wie die Haftpflicht.
Lohnen sich Beamtenrabatte?
Als Bonus ja, als Hauptkriterium nein. Die Rabatte liegen typisch bei 5 bis 15 Prozent, bei Kfz teils bis 20 Prozent. Ein Nachlass von 15 Prozent nützt aber nichts, wenn der Tarif beim Schließanlagen-Austausch oder bei Elementarschäden schlechter leistet. Erst die Leistung prüfen, dann den Preis.
Sind Dienstschlüssel in der Privathaftpflicht mitversichert?
Nicht automatisch – und pauschal Nein wäre ebenfalls falsch. Manche Privathaftpflicht-Tarife schließen den Verlust fremder beruflicher oder dienstlicher Schlüssel ausdrücklich ein, andere überlassen das dem dienstlichen Baustein. Versichert ist immer nur der Verlust fremder Schlüssel, also etwa der Schlüssel zur Mietwohnung oder zu einer fremden Schließanlage – Schlüssel zu eigenen Sachen lösen keinen Haftpflichtanspruch aus, weil niemand Drittes geschädigt wird. Entscheidend sind der versicherte Schlüsselbegriff, die Höchstsumme und die Frage, ob Kosten für den Austausch einer Schließanlage mitgetragen werden.
Brauche ich einen speziellen Beamten-Rechtsschutz?
Ein reiner Privat-Rechtsschutz reicht für dienstliche Auseinandersetzungen regelmäßig nicht aus. Weil die Bausteinnamen am Markt nicht einheitlich sind, prüfen Sie besser die Leistung: Sind beamtenrechtliche Streitigkeiten vor den Verwaltungsgerichten erfasst, gilt der Schutz bereits im Widerspruchsverfahren, sind Disziplinarverfahren und dienstbezogene Strafverfahren eingeschlossen? Beachten Sie zudem die Wartezeit von typischerweise drei Monaten.
Reicht der Dienstunfallschutz aus?
Die Unfallfürsorge greift bei anerkannten Dienstunfällen – während der Dienstausübung und auf dem Weg zwischen Wohnung und Dienststelle; daneben gibt es gesetzliche Sonderfälle. Reine Freizeitunfälle in Haushalt, Sport und Verkehr deckt sie regelmäßig nicht. Ob eine private Unfallversicherung sinnvoll ist, hängt vom Gesamtbild ab – vorhandene Dienstunfähigkeitsabsicherung, Rücklagen, Familiensituation.
Gelten Beamtentarife auch für Tarifbeschäftigte an der RWTH?
In der Regel nicht – Beamtentarife setzen den Beamtenstatus voraus. Manche Versicherer öffnen ihre Tarife für den öffentlichen Dienst allerdings auch für Tarifbeschäftigte. Der dienstliche Haftungsschutz ist für Angestellte im öffentlichen Dienst dennoch relevant, weil der Regress auch sie treffen kann.
Brauche ich in Aachen einen Elementarbaustein?
Nach dem Hochwasser vom Juli 2021, das die Städteregion Aachen schwer getroffen hat, würde ich die Frage in dieser Region klar mit Ja beantworten. Schäden durch Überschwemmung – etwa infolge von Starkregen oder Hochwasser – und durch versicherten Rückstau sind nur über den Baustein für weitere Naturgefahren gedeckt, nicht in der Grunddeckung. Maßgeblich bleiben die Definitionen und Obliegenheiten Ihres Vertrags.
Verwandte Themen
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine auf Ihre persönliche Situation bezogene Versicherungs-, Steuer- oder Rechtsberatung. Maßgeblich sind im Einzelfall die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Genannte Rabatt-Spannen und Deckungssummen sind Marktbeispiele auf Basis eigener Tarifsichtung (Stand Juli 2026), ohne Anspruch auf Vollständigkeit; sie können sich ändern. Jan Pohl ist ungebundener Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister-Nr. D-6LQ8-VHMG3-85.
Soll ich Ihren Beamten-Sachschutz einmal durchgehen?
Ich sehe mir Ihre bestehenden Verträge an und ordne ein, wo eine echte Lücke besteht – und wo Sie bereits gut aufgestellt sind.
In 5 bis 20 Minuten erfassen Sie online alle relevanten Daten. Anschließend vergleicht Jan Pohl ungebunden passende Tarife für Sie. Sie erhalten ein konkretes Angebot mit Begründung – kein anonymes Vergleichsportal-Ergebnis.
Daten bleiben während des Ausfüllens im Browser. Erst beim PDF-Versand verlassen sie Ihr Gerät.
Sie möchten ein Angebot für Ihre Sachversicherung? Füllen Sie einfach gleich unser Online-Formular aus.
Im selben Online-Formular können Sie auf Wunsch auch weitere Sparten direkt mitabfragen — Stammdaten einmal eingeben, pro Sparte ein Risikoprofil wählen, PDF erzeugen.