PKV-Angebote richtig verstehen – hier finden Sie die Antworten auf Ihre Fragen
Sie haben von mir einen persönlichen Vorschlag zur Kranken-Vollversicherung erhalten – ein Dokument mit fünf Kapiteln, oft mehreren Dutzend Seiten. Auf dieser Seite gehen wir es Kapitel für Kapitel durch, damit Sie wissen, was Sie wo finden und welche Angaben tatsächlich den Unterschied machen.
Fünf Kapitel
Berechnungsgrundlage, Ergebnisliste, Empfehlung, Leistungsmerkmale, Leistungstexte.
Lesereihenfolge
Beginnen Sie bei Kapitel 03, nicht auf Seite 1.
Rotes Kreuz
Es bedeutet „Merkmal nicht erfüllt“ – nicht „schlechter Tarif“.
Ihre Aufgabe
Fragen notieren. Die Auswahl treffen wir gemeinsam im Termin.
Aufbau des Vorschlags ansehen
Begriff im PKV-Glossar nachschlagen
01
Orientierung
Der schnelle Überblick, bevor Sie den Vorschlag aufschlagen.
In 60 Sekunden: Was Sie jetzt wirklich wissen müssen
Ihr Vorschlag ist eine unverbindliche Modellrechnung: Er zeigt, welche Tarife zu den mit mir festgelegten Vorgaben passen, was sie kosten und worin sie sich unterscheiden. Verbindlich wird nichts davon, bevor Sie einen Antrag stellen. Beginnen Sie mit Kapitel 03 „Produktempfehlung“, gehen Sie dann in Kapitel 04 und schlagen Sie nur die auffälligen Punkte im Bedingungstext von Kapitel 05 nach.
Es geht um Ihre Versorgung
Ihre PKV-Angebote sichern nicht „Luxus“, sondern Ihre medizinische Versorgung. Je nach Tarif geht es um Arztbesuche, Krankenhausbehandlungen und Zahn – so, dass Sie im Krankheitsfall nicht auf Zufälle angewiesen sind.
Drei Stellschrauben
Die wichtigsten Stellschrauben sind Tarifart, Leistungsniveau und Selbstbeteiligung. Voll-PKV oder Beihilfe-Restkosten, wie stark ambulant, stationär und Zahn abgesichert sind und wie hoch Ihre Selbstbeteiligung pro Jahr ist.
Mehrere Angebote sind normal
Sie sehen unterschiedliche Versicherer mit ähnlichen, aber im Detail abweichenden Leistungen. Ich markiere Ihnen in der Regel zwei bis drei Favoriten, auf die wir uns im Gespräch konzentrieren.
Der Beitrag nach Zuschuss zählt
Wenn Sie angestellt sind, zahlt Ihr Arbeitgeber einen Teil der Beiträge. Wichtig ist, was unter dem Strich bei Ihnen monatlich ankommt – inklusive möglicher Beitragsrückerstattung.
Gesundheitsfragen sind kein Nebenthema
Sie entscheiden darüber, ob Sie mit normalen Bedingungen versichert werden oder mit Zuschlägen und Ausschlüssen – und wie stabil der Schutz im Leistungsfall ist.
Langfristig, aber nicht starr
Gute PKV-Tarife bieten Optionen und Wechselrechte. Wir planen so, dass Ihr Tarif auch zu späteren Lebensphasen passt, etwa Karriere, Familie oder Ruhestand.
02
Ihr Vorschlag Seite für Seite
Wie das Dokument aufgebaut ist, in welcher Reihenfolge Sie es lesen und was die Symbole und Kennzahlen bedeuten.
So ist Ihr Vorschlag aufgebaut
Wenn Sie noch grundsätzlich einordnen möchten, wie die private Krankenversicherung neben der gesetzlichen funktioniert, hilft die Übersicht Krankenversicherung in Aachen. Für diese Seite gehen wir davon aus, dass die Grundsatzfrage geklärt ist und Ihr Vorschlag vor Ihnen liegt.
Auf dem Deckblatt stehen Ihr Name, das Erstellungsdatum und eine Dokumenten-ID. Nennen Sie mir diese ID, wenn Sie zu einem bestimmten Vorschlag eine Frage haben – dann sehe ich sofort dieselbe Fassung wie Sie. Danach folgen fünf Kapitel:
| Kapitel | Was darin steht | Wie genau Sie es lesen sollten |
|---|---|---|
| 01 Berechnungsgrundlage | Ihre persönlichen Daten und alle Vorgaben, mit denen ich gesucht habe | Einmal aufmerksam – hier entscheidet sich, was überhaupt gefunden wurde |
| 02 Ergebnisliste | Alle berechneten Tarifvarianten, nach Beitrag sortiert | Überfliegen genügt |
| 03 Produktempfehlung | Die von mir ausgewählten Favoriten nebeneinander | Gründlich – das ist Ihr Einstieg |
| 04 Vergleich der Leistungsmerkmale | Dieselben Favoriten, Merkmal für Merkmal mit Haken, Kreuz oder Wert | Gründlich – hier sehen Sie die Unterschiede |
| 05 Vergleich der Leistungstexte | Die Originaltexte der Versicherer zu jedem Punkt | Gezielt nachschlagen, nicht am Stück lesen |
Empfohlene Lesereihenfolge
Fangen Sie nicht auf Seite 1 an. Beginnen Sie mit Kapitel 03, um die Favoriten kennenzulernen, gehen Sie dann in Kapitel 04 und schlagen Sie nur die Punkte, die Sie stutzig machen, in Kapitel 05 nach. Kapitel 01 sehen Sie sich an, wenn Sie prüfen wollen, ob meine Vorgaben zu Ihnen passen. Kapitel 02 können Sie überspringen.
Was in den einzelnen Kapiteln steht
01
Berechnungsgrundlage
Persönliche Angaben und Vorgaben für den gewünschten Versicherungsschutz
Der erste Block enthält Ihre Grunddaten: Name, Geburtsdatum, Berufsstatus, eine mögliche Beihilfeberechtigung, den gewünschten Versicherungsbeginn und die Tarifbereiche, die abgedeckt werden sollen. Das Geburtsdatum ist dabei mehr als eine Formalie – es bestimmt Ihr Eintrittsalter und damit den Beitrag. Prüfen Sie diese Angaben als Erstes, denn ein falsches Datum macht die ganze Berechnung wertlos.
Danach folgen die Leistungsvorgaben, aufgeteilt nach allgemein, ambulant, stationär, dental und Krankentagegeld. Das sind die Kriterien, mit denen ich gesucht habe. Jede Zeile hat einen Wert, und dieser Wert wird häufig missverstanden:
| Eintrag | Bedeutung |
|---|---|
| Ja | Pflichtkriterium. Ein Tarif musste dieses Merkmal erfüllen, um überhaupt in der Ergebnisliste zu erscheinen. |
| Nein | Kein Filter. Der Punkt war für die Suche nicht entscheidend – der Tarif kann die Leistung trotzdem enthalten, und in der Praxis ist das oft der Fall. |
| unwichtig | Ebenfalls kein Filter, üblich bei Kriterien mit mehreren Abstufungen wie Sehhilfen oder Kieferorthopädie. |
| Konkreter Wert | Eine Mindestanforderung, zum Beispiel eine Mindesterstattung bei Zahnersatz oder ein Mindestrating. |
Häufiges Missverständnis
Ein „Nein“ in der Berechnungsgrundlage heißt nicht, dass der Tarif diese Leistung nicht hat. Es heißt nur, dass ich sie nicht als Ausschlusskriterium gesetzt habe. Ob eine Leistung tatsächlich enthalten ist, sehen Sie in Kapitel 04 und 05 – nicht in Kapitel 01.
Zwei Einträge lohnen einen zweiten Blick. „Art der Selbstbeteiligung: beitragsoptimiert“ mit einem Minimal- und einem Maximalwert bedeutet, dass die Berechnung die Selbstbeteiligung innerhalb dieser Spanne frei wählen durfte, um den günstigsten Beitrag zu finden. Deshalb haben die Favoriten in Kapitel 03 oft unterschiedliche Selbstbeteiligungen – von „ohne Selbstbeteiligung“ bis zum oberen Ende der Spanne. Beim Beitragsvergleich müssen Sie das mitrechnen.
Und beim Krankentagegeld steht meist ein Betrag „ab dem 43. Tag“. Der Grund: Bei Arbeitsunfähigkeit zahlt Ihr Arbeitgeber sechs Wochen lang das Entgelt weiter (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Sechs Wochen sind 42 Tage, deshalb setzt das Krankentagegeld am Tag danach ein. Wie hoch der Tagessatz sinnvollerweise liegt, steht unter Krankentagegeld richtig bemessen.
02
Ergebnisliste
Liste der Tarife mit der höchsten Übereinstimmung
Hier stehen alle Tarifvarianten, die Ihre Vorgaben erfüllt haben – häufig sind das über hundert Zeilen. Die Liste ist nach Beitrag aufsteigend sortiert und hat fünf Spalten: Gesellschaft, Tarife, Tarifbereiche, Rating und Beitrag.
- Tarife: Eine Zeile ist kein einzelner Tarif, sondern ein Bündel aus mehreren Kürzeln. Typischerweise steht je ein Kürzel für den ambulanten und stationären Baustein, für den Zahnbaustein, für das Krankentagegeld und für die Pflegepflichtversicherung. Der ausgewiesene Beitrag enthält die Pflegepflichtversicherung bereits. Was hinter den einzelnen Kürzeln steckt, steht im Klartext ganz am Anfang von Kapitel 05 unter „Allgemeine Tarifbeschreibung“.
- Tarifbereiche: Welche Bereiche das Bündel abdeckt. „Option auf Voll“ bedeutet, dass ein Optionsrecht auf einen höherwertigen Schutz enthalten ist, „Kur“ steht für Kur- und Rehaleistungen.
- Rating: Die Bewertung der Leistungen durch ein unabhängiges Analysehaus, dargestellt als Symbole.
Diese Liste ist eine Dokumentation der Marktbreite, keine Empfehlung. Sie belegt, wie viele Gesellschaften und Tarifkombinationen tatsächlich geprüft wurden. Für Ihre Entscheidung brauchen Sie sie nicht.
03
Produktempfehlung
Details zu den ausgewählten Tarifen
Hier beginnt Ihre eigentliche Arbeit. Aus der langen Liste habe ich die Favoriten ausgewählt und stelle sie nebeneinander. Jede Spalte ist ein Vorschlag, jede Zeile ein Vergleichspunkt.
Monatlicher Beitrag
Der volle Beitrag inklusive Pflegepflichtversicherung, vor Abzug des Arbeitgeberzuschusses.
Tarifbereiche
Welche Bausteine enthalten sind – ambulant, stationär, dental, Krankentagegeld und gegebenenfalls Kur oder eine Option auf Vollversicherung.
Alterungsrückstellungen
Zeigt an, ob in der Berechnung Alterungsrückstellungen aus einem bestehenden Vertrag berücksichtigt wurden. Bei einem Neuabschluss ohne Vorvertrag steht hier „Nein“.
Leistungsrating
Eine Bewertung der Tarifleistungen durch ein unabhängiges Analysehaus, in Stufen bis zum Höchstwert.
Unternehmensscoring
Eine Bewertung des Versicherungsunternehmens – Kennzahlen wie Bestandsfestigkeit und Erfolg, nicht die Leistungen des Tarifs.
Zahlweise
Die unterstellte Zahlungsweise, in der Regel monatlich.
Wichtig
Leistungsrating und Unternehmensscoring messen zwei verschiedene Dinge. Ein Tarif kann beim Leistungsrating den Höchstwert erreichen, während das Unternehmen dahinter mittelmäßig bewertet ist – und umgekehrt. Beide Werte stammen von externen Analysehäusern und sind eine Momentaufnahme, keine Garantie.
04
Vergleich der Leistungsmerkmale
Vergleich der Leistungsmerkmale der ausgewählten Tarife
Dasselbe Tableau wie in Kapitel 03, jetzt aber Merkmal für Merkmal. Die Zeilen sind in Blöcke gegliedert: Allgemein, Ambulant, Stationär, Dental und KT für Krankentagegeld. Jede Zelle enthält eines von drei Dingen:
| Zelle | Bedeutung |
|---|---|
| ✓ Grüner Haken | Das Merkmal ist im Tarif erfüllt. |
| ✗ Rotes Kreuz | Das Merkmal ist nicht erfüllt. Das ist eine Feststellung, kein Qualitätsurteil. |
| Zahl oder Text | Der konkrete Wert, etwa ein Erstattungssatz in Prozent, ein Höchstbetrag oder die Zimmerkategorie. |
Praxis
Zwei Lesetipps. Erstens: Wenn ein Merkmal bei allen Tarifen ein rotes Kreuz hat, ist es Marktstandard und für Ihre Entscheidung wertlos – es unterscheidet die Angebote nicht. Zweitens: Die interessantesten Zeilen sind meist nicht die mit Haken und Kreuzen, sondern die mit Zahlen. Ein Erstattungssatz von 90 % gegenüber 100 % beim Zahnersatz oder ein Höchstbetrag für Sehhilfen von 300 € gegenüber 1.000 € wirkt sich direkt auf Ihr Konto aus.
Markieren Sie sich beim Durchgehen jede Zeile, bei der die Spalten spürbar auseinandergehen. Genau diese Zeilen besprechen wir im Termin.
05
Vergleich der Leistungstexte
Vergleich der Leistungstexte der ausgewählten Tarife
Der längste Teil des Dokuments und zugleich der verbindliche. Hier stehen zu jeder Frage die Originaltexte der Versicherer nebeneinander – aufgeschlüsselt nach den einzelnen Tarifkürzeln, die zu einem Angebot gehören. Was hier steht, gilt. Die Haken in Kapitel 04 sind nur die Kurzfassung davon.
Der Aufbau ist immer gleich: links die Frage, rechts je eine Spalte pro Gesellschaft. Sätze wie „Dieser Punkt entfällt, da die Tarifstufe keinen absoluten Selbstbehalt vorsieht“ sind normale Antworten und kein Fehler im Dokument – sie bedeuten, dass die Frage für diesen Baustein nicht greift.
Ihre Aufgabe hier
Lesen Sie dieses Kapitel nicht am Stück. Nutzen Sie es als Nachschlagewerk: Wenn Sie in Kapitel 04 eine Zeile markiert haben, suchen Sie hier den zugehörigen Originaltext und lesen Sie nach, wie der Versicherer es formuliert. Notieren Sie sich die Stelle mit Seitenzahl, dann können wir im Termin direkt darauf zugreifen.
03
Die Bausteine verstehen
Die sechs Größen, aus denen jeder Tarif besteht – unabhängig davon, welcher Versicherer dahintersteht.
So lesen Sie Ihr PKV-Angebot richtig
Jedes PKV-Angebot besteht im Kern aus ein paar immer gleichen Bausteinen. Wenn Sie diese verstanden haben, wirkt der Rest deutlich weniger kompliziert.
Tarifart – Vollversicherung oder Beihilfe-Restkosten?
Zuerst müssen Sie wissen, welche Rolle die PKV bei Ihnen spielt:
- Vollversicherung: Die PKV ersetzt die gesetzliche Krankenversicherung komplett. Sie trägt – im Rahmen der Bedingungen – alle Kosten für ambulante, stationäre und zahnärztliche Behandlungen.
- Beihilfe-Restkostenversicherung (Beamte): Der Dienstherr übernimmt einen Teil der Kosten, zum Beispiel 50 % oder 70 %, die PKV nur den Rest. Zusammen ergibt das Ihren vollständigen Schutz. Die Einzelheiten dazu stehen unter Beihilfe und PKV für Beamte in NRW.
Im Angebot ist meist klar erkennbar, ob es sich um einen Volltarif oder einen Beihilfetarif handelt. Wenn Ihnen eine Bezeichnung unklar ist, finden Sie sie im PKV-Glossar.
Leistungsbereiche – ambulant, stationär, Zahn
Typischerweise sehen Sie in Ihren Unterlagen eine Aufteilung in drei Leistungsbereiche:
Ambulante Leistungen
Arztbesuche, Diagnostik, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel, Therapien.
Stationäre Leistungen
Krankenhausaufenthalte, Operationen, Unterbringung im Mehrbett-, Zwei- oder Einbettzimmer, eventuell Chefarztbehandlung.
Zahn
Zahnbehandlungen, Prophylaxe, Zahnersatz wie Kronen, Brücken und Implantate sowie Kieferorthopädie.
In den Leistungsvergleichen erkennen Sie, wie hochwertig ein Tarif ist – zum Beispiel, ob Zahnersatz zu 80 % oder 90 % übernommen wird, ob Hilfsmittel umfassend geregelt sind oder wie Psychotherapie erstattet wird.
Selbstbeteiligung – wie viel Risiko tragen Sie selbst?
Die Selbstbeteiligung (SB) ist der Betrag pro Jahr, den Sie selbst zahlen, bevor die PKV einspringt.
- Beispiel: 300 € SB – Sie zahlen die ersten 300 € an erstattungsfähigen Rechnungen selbst, danach übernimmt die PKV den Rest im tariflichen Umfang.
- Höhere SB bedeutet einen niedrigeren Beitrag, aber mehr eigenes Risiko bei vielen kleinen Rechnungen.
- Die SB sollte zu Ihren Rücklagen passen – nicht zu niedrig, weil der Beitrag dann unnötig hoch ist, aber auch nicht so hoch, dass sie Sie im Krankheitsfall finanziell unter Druck setzt.
Achten Sie darauf, dass die Selbstbeteiligung zwischen den Vorschlägen abweichen kann. Manche Tarife arbeiten mit einem festen Jahresbetrag, andere mit einem prozentualen Anteil an der Rechnung bis zu einer Obergrenze. Beides steht im Klartext in Kapitel 05.
Beitrag, Arbeitgeberanteil und Effektivbeitrag
In den Angeboten finden Sie meist mehrere Beitragsangaben. Wichtig ist, was am Ende bei Ihnen landet:
| Angabe | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Gesamtbeitrag | Der volle Beitrag, den der Tarif kostet, inklusive Pflegepflichtversicherung und gegebenenfalls Vorsorgezuschlag. Das ist der Wert, der im Vorschlag groß über jeder Spalte steht. |
| Arbeitgeberanteil | Wenn Sie angestellt sind, übernimmt Ihr Arbeitgeber einen Teil davon – in der Regel 50 %, gedeckelt auf den maximal möglichen Zuschuss. |
| Ihr Eigenanteil | Der Betrag, der nach Abzug des Arbeitgeberzuschusses bei Ihnen tatsächlich vom Konto abgeht. |
| Effektivbeitrag | Das, was nach Arbeitgeberzuschuss und gegebenenfalls garantierter Beitragsrückerstattung wirklich bei Ihnen ankommt. |
Faustregel
Schauen Sie immer auf den Effektivbeitrag – also das, was nach Arbeitgeberzuschuss und gegebenenfalls garantierter Beitragsrückerstattung wirklich bei Ihnen ankommt. Und rechnen Sie die unterschiedlichen Selbstbeteiligungen mit, sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Dinge. Wie sich der Beitrag über die Vertragslaufzeit entwickelt, ist eine eigene Frage: PKV im Alter.
Beitragsrückerstattung – Geld zurück, wenn Sie nichts einreichen
Viele PKV-Tarife belohnen Sie, wenn Sie in einem Kalenderjahr keine Rechnungen einreichen:
Garantierte Beitragsrückerstattung
Ein fester Betrag oder ein fester Monatsbeitrag steht Ihnen sicher zu, wenn Sie keine Leistungen einreichen.
Erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung
Eine zusätzliche Rückerstattung, falls der Tarif insgesamt gut kalkuliert ist, also weniger Ausgaben anfallen als geplant. Diese ist nicht garantiert und kann schwanken.
Im Vergleich der Leistungsmerkmale stehen beide Formen als eigene Zeilen. Sie müssen dafür auf nichts verzichten. Wir schauen gemeinsam, ob es sinnvoll ist, kleinere Rechnungen selbst zu tragen, um die Rückerstattung zu sichern – oder ob Sie lieber alles einreichen.
Optionen und Wechselrechte – wie flexibel ist Ihr Tarif?
Hochwertige PKV-Tarife liefern solide Leistungen für heute und halten zugleich Wege für spätere Lebensphasen offen:
- Optionstarife: Sie ermöglichen den späteren Wechsel in leistungsstärkere Tarife oder eine Erweiterung des Schutzes ohne erneute Gesundheits- oder Risikoprüfung. Im Vorschlag erkennen Sie sie am Tarifbereich „Option auf Voll“.
- Umwandlungsgarantie: Falls Sie wieder in die GKV wechseln müssen, kann der Tarif oft als Zusatzversicherung zur GKV weiterlaufen, häufig ohne neue Gesundheitsprüfung.
- Tarifwechselrechte: Sie ermöglichen den Wechsel innerhalb der Gesellschaft in andere Tarife, zum Beispiel mit geringerer Selbstbeteiligung, teilweise ohne neue Gesundheitsprüfung.
04
Mehrere Angebote im Blick
Warum Sie mehrere Vorschläge bekommen und worauf Sie in diesem Durchgang achten.
Mehrere Angebote – wie Sie sich einen Überblick verschaffen
Dass Sie mehrere Angebote von unterschiedlichen Versicherern bekommen, ist gewollt. Ich suche Tarife, die fachlich überzeugen und gut zu Ihrer Situation passen.
Typische Fragen, die sich viele stellen:
- „Ist der teurere Tarif automatisch besser?“
- „Wo ist der Haken beim günstigeren Vertrag?“
- „Würden Sie diesen Tarif auch für sich selbst oder Ihre Familie abschließen?“
Die Unterschiede liegen selten in nur einem Punkt, sondern in der Kombination aus:
- Umfang und Qualität der ambulanten, stationären und Zahnleistungen
- Regelungen zu Psychotherapie, Hilfs- und Heilmitteln, Sehhilfen, Auslandsdeckung
- Höhe und Art der Selbstbeteiligung
- Konditionen für die Beitragsrückerstattung
- Optionen und Wechselrechte im Laufe des Lebens
Ihre Aufgabe jetzt
Sehen Sie sich die Angebote in Ruhe an, verschaffen Sie sich einen Überblick und prüfen Sie, ob Ihre grundsätzlichen Vorstellungen darin wiederzufinden sind, zum Beispiel:
- Leistungsniveau: Fühlen Sie sich mit den Leistungen im ambulanten, stationären und zahnärztlichen Bereich wohl?
- Beitrag: Liegt der monatliche Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss in einem Rahmen, der zu Ihrem Budget passt?
- Gesellschaften: Gibt es Versicherer, bei denen Sie spontan ein besseres Bauchgefühl haben?
Notieren Sie sich bitte alles, was Ihnen dabei auffällt oder unklar ist. Die eigentliche Auswahl und Bewertung machen wir dann im nächsten Termin gemeinsam – Schritt für Schritt, mit Blick auf Vor- und Nachteile der einzelnen Tarife.
05
Gesundheit und Antrag
Der Teil, an dem sich entscheidet, wie stabil Ihr Schutz im Leistungsfall ist.
Gesundheitsfragen – so machen Sie nichts falsch
Bei der PKV scheitern die meisten Probleme nicht an der Tarifauswahl, sondern an falsch oder unvollständig beantworteten Gesundheitsfragen. Deshalb ist das Thema so wichtig.
Auf dieser Seite erkläre ich im Detail, wie Sie vorgehen: Gesundheitsfragen bei BU und Krankenversicherung richtig ausfüllen
Dort finden Sie unter anderem:
- Was die vorvertragliche Anzeigepflicht bedeutet und welche Folgen falsche Angaben haben können.
- Welche Unterlagen sinnvoll sind, zum Beispiel Patientenquittung, Krankenkassenübersicht und Arztauskünfte.
- Wie Sie systematisch durch Ihre Gesundheitsgeschichte gehen, ohne etwas zu vergessen.
- Typische Fehler bei Rücken, Psyche, längeren Krankschreibungen und Medikamenten.
Wichtig
Lesen Sie sich diese Seite in Ruhe durch, bevor wir den Antrag final stellen. So reduzieren Sie das Risiko von Diskussionen im Leistungsfall deutlich. Der Vorschlag selbst enthält noch keine Gesundheitsprüfung – die Beiträge darin gelten für einen Abschluss zu normalen Bedingungen. Was ein abweichendes Ergebnis konkret bedeutet, steht unter Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse in der PKV.
Risikovoranfrage – wenn die Gesundheit nicht „Bilderbuch“ ist
Wenn Ihre Gesundheitshistorie komplexer ist – zum Beispiel durch Psychotherapie, längere Krankschreibungen, chronische Erkrankungen oder Unfälle – ist eine Risikovoranfrage sinnvoll, bevor wir einen konkreten Antrag stellen.
Was das genau ist und wie das abläuft, erkläre ich hier ausführlich: Risikovoranfrage Berufsunfähigkeit und Krankenversicherung
Kurz gesagt:
- Wir fragen bei ausgewählten Versicherern an, zu welchen Bedingungen sie Sie versichern würden: normal, mit Zuschlag, mit Ausschluss oder gar nicht.
- Je nach Form der Voranfrage lässt sich vermeiden, dass eine Ablehnung dokumentiert wird und Sie sie in späteren Anträgen angeben müssen.
- Erst wenn wir wissen, wie Versicherer Sie einschätzen, entscheiden wir gemeinsam, bei wem ein Antrag wirklich sinnvoll ist.
06
Nächste Schritte
Die Reihenfolge, mit der aus Angeboten eine Entscheidung wird.
So machen Sie aus Angeboten eine gute Entscheidung
Damit aus Angeboten eine gute Entscheidung wird, orientieren Sie sich an dieser Reihenfolge:
Nach dem Tarifvergleich führt der der vollständige Ablauf des PKV-Wechsels durch Risikovoranfrage, Antrag, Annahme und die erst anschließend mögliche Kündigung der GKV.
- Angebote durchsehenVerschaffen Sie sich einen Überblick und prüfen Sie, ob Tarifart, Leistungsniveau und Selbstbeteiligung zu Ihrer Situation passen. Beginnen Sie dafür bei Kapitel 03 des Vorschlags.
- Glossar nutzenWenn Ihnen Begriffe unklar sind, schlagen Sie sie im PKV-Glossar nach und markieren Sie sich alles, was Sie darüber hinaus besprechen möchten.
- Fragen und Auffälligkeiten notierenSchreiben Sie sich alles auf, was unklar ist – gern direkt mit Seitenzahl oder Screenshot aus dem PDF.
- Gesundheitsfragen vorbereitenLesen Sie die Seite zu den Gesundheitsfragen und besorgen Sie sich die nötigen Unterlagen: Arztberichte, Patientenquittung, Krankenkassenübersicht.
- Risikosituation klärenWenn Sie wissen, dass Ihre Gesundheitshistorie komplexer ist, sprechen wir vor der Antragstellung über eine Risikovoranfrage.
- Nächsten Termin nutzenIm nächsten Termin besprechen wir Ihre Notizen, vergleichen die Tarife und entscheiden gemeinsam, welche Lösung für Sie umgesetzt wird.
- AntragstellungWir füllen den Antrag gemeinsam aus, achten auf vollständige Gesundheitsangaben und begleiten Sie später auch im Leistungsfall.
Alle Fachbegriffe im Überblick – das PKV-Glossar
In PKV-Angeboten tauchen viele Begriffe und Abkürzungen auf, die man im Alltag nicht verwendet: Selbstbeteiligung, Beihilfe-Restkosten, Hilfsmittel, Optionstarif, Beitragsentlastung, Ascore-Rating und vieles mehr.
Damit Sie nicht jedes Detail im Kopf haben müssen, erkläre ich auf einer eigenen Seite alle wichtigen Fachbegriffe rund um die private Krankenversicherung – mit kurzen, verständlichen Beschreibungen und Beispielen: Glossar PKV – alle Fachbegriffe anschaulich erklärt
Praxis
Nutzen Sie das Glossar gern parallel zu Ihren Angeboten: Begriff nachschlagen, Verständnis sichern und im Gespräch gezielt nachfragen, wenn etwas weiterhin unklar ist.
Meine Prüfreihenfolge – und warum ich den Beitrag zuletzt ansehe
Wenn ich einen Vorschlag mit Ihnen durchgehe, schaue ich zuerst auf die Erstattungshöhen im ambulanten Bereich und auf die Regelungen zu Psychotherapie und Hilfsmitteln. Danach kommen die Zahnstaffel und die Erstattungssätze bei Zahnersatz, dann die Options- und Umwandlungsrechte. Der Beitrag steht bei mir am Ende dieser Reihe.
Der Grund ist einfach: Einen zu hohen Beitrag können Sie später über die Selbstbeteiligung oder einen Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft steuern. Ein zu enges Bedingungswerk lässt sich nachträglich nicht mehr korrigieren, ohne dass eine neue Gesundheitsprüfung fällig wird.
Jan Pohl · ungebundener Versicherungsmakler, Aachen
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Ihre Fragen vor dem nächsten Termin
Wenn Sie möchten, können Sie mir Ihre Fragen und ersten Eindrücke schon vor dem nächsten Termin schicken – am besten mit der Dokumenten-ID vom Deckblatt und den Seitenzahlen, die Sie sich markiert haben. Dann kann ich mich gezielt vorbereiten und wir nutzen die gemeinsame Zeit für die eigentliche Auswahl.
Fragen schicken und Termin abstimmen
Gesundheitsfragen vorbereiten
Fragen, die zu einem Vorschlag regelmäßig aufkommen
Ist der Vorschlag schon verbindlich?
Nein. Der Vorschlag ist eine Modellrechnung zu einem bestimmten Eintrittsalter und bindet Sie zu nichts. Verbindlich wird die Sache erst mit Ihrem Antrag und der Annahme durch den Versicherer. Nach Vertragsschluss haben Sie zusätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen (§ 8 VVG).
Warum stehen im Vorschlag über hundert Tarifvarianten?
Die Ergebnisliste in Kapitel 02 dokumentiert, welche Tarifkombinationen die vereinbarten Vorgaben erfüllt haben. Sie belegt die Breite der Prüfung und ist keine Empfehlung. Meine Auswahl finden Sie in Kapitel 03.
Bedeutet ein rotes Kreuz, dass der Tarif schlecht ist?
Nein. Ein rotes Kreuz heißt nur, dass das jeweilige Merkmal in diesem Tarif nicht erfüllt ist. Wenn ein Merkmal bei allen verglichenen Tarifen ein Kreuz trägt, entspricht es dem Marktstandard und unterscheidet die Angebote nicht.
Warum haben die Vorschläge unterschiedliche Selbstbeteiligungen?
Weil die Berechnung beitragsoptimiert erfolgt ist: Sie durfte die Selbstbeteiligung innerhalb einer vereinbarten Spanne frei wählen, um den günstigsten Beitrag zu finden. Beim Vergleich der Beiträge müssen Sie die unterschiedlichen Selbstbeteiligungen deshalb mitrechnen.
Ist die Pflegepflichtversicherung im ausgewiesenen Beitrag enthalten?
Ja. Die private Pflege-Pflichtversicherung gehört zu jedem Tarifbündel und steckt im ausgewiesenen Monatsbeitrag. Der Arbeitgeberzuschuss wird für die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung getrennt berechnet (§ 257 SGB V und § 61 SGB XI).
Ändert sich der Beitrag noch durch die Gesundheitsprüfung?
Das ist möglich. Die Beiträge im Vorschlag gelten für eine Annahme zu normalen Bedingungen. Ergibt die Risikoprüfung einen Risikozuschlag, steigt der Beitrag; ein Leistungsausschluss lässt den Beitrag unverändert, nimmt aber einen Bereich aus dem Schutz heraus.
Warum beginnt das Krankentagegeld erst am 43. Tag?
Weil Ihr Arbeitgeber bei Arbeitsunfähigkeit sechs Wochen lang das Entgelt weiterzahlt (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Sechs Wochen sind 42 Tage, deshalb setzt das Krankentagegeld am Tag danach ein.
Rechtsgrundlagen, Quellen und Stand
Gesetzliche Grundlagen
- Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), § 3 – Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für sechs Wochen; daraus ergibt sich der Leistungsbeginn des Krankentagegeldes ab dem 43. Tag.
- Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 257 – Beitragszuschuss des Arbeitgebers für privat krankenversicherte Beschäftigte.
- Sozialgesetzbuch Elftes Buch (SGB XI), § 61 – Beitragszuschuss zur privaten Pflege-Pflichtversicherung.
- Versicherungsvertragsgesetz (VVG), § 8 – Widerrufsrecht von 14 Tagen nach Vertragsschluss.
- Versicherungsvertragsgesetz (VVG), § 19 – vorvertragliche Anzeigepflicht und ihre Rechtsfolgen.
- Versicherungsvertragsgesetz (VVG), § 204 – Tarifwechsel innerhalb desselben Versicherers unter Anrechnung der Alterungsrückstellung.
Quellen im Vorschlag selbst
- Allgemeine Versicherungsbedingungen und Tarifbedingungen der jeweiligen Gesellschaft – im Wortlaut abgedruckt in Kapitel 05 Ihres Vorschlags. Diese Texte sind für den Leistungsumfang allein maßgeblich.
- Leistungsrating und Unternehmensscoring – Bewertungen unabhängiger Analysehäuser, Stand jeweils zum Erstellungsdatum auf dem Deckblatt. Beide Werte sind eine Momentaufnahme und keine Zusage.

Autor: Jan Pohl, ungebundener Versicherungsmakler in Aachen. Ich vermittle an keine Gesellschaft gebunden und werde von Ihnen nicht direkt vergütet.
Stand und letzte fachliche Prüfung: 26. Juli 2026 · Nächste geplante Prüfung: Juli 2027
Amtsgericht Aachen HRA 10268 · Vermittlerregister Versicherungen D-6LQ8-VHMG3-85 · Erreichbar über die Kontaktseite.
Diese Seite erklärt den Aufbau eines Vorschlagsdokuments allgemein und ersetzt keine individuelle Prüfung Ihres konkreten Tarifs. Maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Versicherers. Zur Übersicht: Krankenversicherung in Aachen – GKV, PKV und Zusatz.