Kostenerstattungstarife – Privatpatient trotz GKV – Schwerpunkt Kinder

Kostenerstattung · Zusatzversicherung Kind · Tarifvergleich

Privater Kinderarzt trotz GKV: So funktioniert es in der Praxis

Ihr Kind ist gesetzlich versichert – und Sie möchten es trotzdem bei einem privat praktizierenden Kinderarzt vorstellen? Das geht. Aber nicht automatisch. Entscheidend ist ein Detail, das die meisten Tarife übersehen: ob die Zusatzversicherung ohne Vorleistung der GKV leistet – und wenn ja, zu welchem Prozentsatz.

Kurzantwort

Gesetzlich Versicherte können grundsätzlich auch privat praktizierende Kinderärzte aufsuchen. Rechtsgrundlage ist § 13 Abs. 2 SGB V (Kostenerstattung). Die Privatrechnung wird bei der Krankenkasse eingereicht, die anteilig erstattet. Der offene Betrag wird über eine private Krankenzusatzversicherung abgedeckt – vorausgesetzt, der Tarif leistet auch ohne Vorleistung der GKV.

Am Markt gibt es nur wenige Tarife, die in dieser Konstellation praxistauglich sind. Die Erstattungsquote reicht von 50 % bis 100 %. Dieser Unterschied entscheidet darüber, ob am Monatsende 0 € oder mehrere hundert Euro Eigenanteil übrig bleiben.

Rechtsgrundlage § 13 Abs. 2 SGB V – Kostenerstattung statt Sachleistung.
Entscheidungspunkt Erstattungsquote ohne GKV-Vorleistung (50 % bis 100 %).
Bindungsfrist Kostenerstattung: mindestens ein Kalendervierteljahr.
Geprüfte Tarife Sechs Markttarife im systematischen AVB-Vergleich.

Warum die Gesundheitskarte beim privaten Kinderarzt nicht ausreicht

In der gesetzlichen Krankenversicherung gilt das Sachleistungsprinzip: Der Arzt behandelt, die Kasse rechnet direkt mit dem Arzt ab, Sie legen nur die Karte vor.

Bei einem privat praktizierenden Kinderarzt oder einer Privatsprechstunde funktioniert das nicht. Diese Ärzte haben keine Kassenzulassung und rechnen nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) direkt mit Ihnen ab. Sie erhalten eine Privatrechnung. Damit stellen sich zwei getrennte Fragen:

  1. Welche Leistung sieht Ihre Zusatzversicherung vor? (der einfache Teil)
  2. Zu welchem Prozentsatz erstattet sie ohne GKV-Vorleistung? (der entscheidende Teil)

Die zweite Frage wird in Tarifvergleichen fast nie gestellt. Am Markt reicht die Bandbreite von 50 % bis 100 % – bei einer 400-€-Rechnung sind das 200 € Eigenanteil oder eben 0 €.

Die drei Begriffe, auf die es ankommt

Kostenerstattung nach § 13 Abs. 2 SGB V

Mit einer formlosen Erklärung gegenüber der Krankenkasse wählen Sie „Kostenerstattung" statt Sachleistung. Das ist für Ihr Kind einzeln möglich – und kann auf bestimmte Leistungsbereiche beschränkt werden, etwa nur auf die ambulante ärztliche Versorgung. Sie sind mindestens ein Kalendervierteljahr an diese Wahl gebunden. Nach einer Privatbehandlung reichen Sie die Rechnung bei der Kasse ein und erhalten einen Bescheid mit einem anteiligen Erstattungsbetrag.

Vorleistung der GKV

„Vorleistung" bedeutet: Die Zusatzversicherung leistet erst, wenn ein GKV-Erstattungsbescheid vorliegt. Bei einem Arzt ohne Kassenzulassung stößt diese Konstruktion an ihre Grenze: Die GKV erstattet zwar anteilig über die Kostenerstattung, aber nicht jede Position einer privatärztlichen Rechnung ist im GKV-Leistungskatalog enthalten. Für die fehlenden Positionen liefert die Kasse keinen Bescheid – und genau dann greift die „Ohne-Vorleistung"-Klausel des Tarifs. Oder eben nicht.

Selbstbeteiligung

Ein jährlicher Eigenanteil. Im Gegenzug ist der Monatsbeitrag niedriger. Ob sie passt, hängt davon ab, wie häufig Sie Privatleistungen nutzen wollen.

Merksatz: Eine Selbstbeteiligung kostet Sie kalkulierbar Geld. Ein Tarif mit schwacher „Ohne-Vorleistung"-Quote kostet Sie bei jedem Privatarztbesuch.

Mit Vorleistung vs. ohne Vorleistung – der entscheidende Unterschied

Sie waren beim privaten Kinderarzt, die Rechnung liegt auf dem Tisch. Ab hier gibt es zwei Wege.

Weg A: Mit Vorleistung (klassischer Kostenerstattungsweg)

Rechnung GKV Bescheid Zusatzvers.
  1. Privatrechnung bei der GKV einreichen (Kostenerstattung muss aktiviert sein).
  2. GKV erstattet den im Leistungskatalog enthaltenen Anteil und erstellt einen Bescheid.
  3. Mit Rechnung und GKV-Bescheid den Rest bei der Zusatzversicherung einreichen.
Die meisten Tarife leisten hier ordentlich – aber nur für Positionen, die überhaupt im GKV-Katalog sind.

Weg B: Ohne GKV-Vorleistung (der eigentliche Ernstfall)

Rechnung kein GKV-Bescheid Zusatzvers.
  1. Die Rechnung enthält Positionen, für die die GKV keinen Bescheid erstellt – oder Kostenerstattung ist nicht aktiv.
  2. Es fehlt die Grundlage, auf der viele Tarife aufgebaut sind.
  3. Was der Tarif jetzt zahlt, entscheidet seine „Ohne-Vorleistung"-Klausel – die Spanne reicht von 0 % bis 100 %.
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen – und genau das zeigt der Marktvergleich unten.

Marktvergleich: Sechs Tarife für „Privater Kinderarzt trotz GKV"

Ich habe für Sie sechs relevante ambulante Zusatztarife systematisch aus den Versicherungsbedingungen heraus verglichen – nicht aus Marketing-Flyern. Die entscheidende Spalte ist „ohne GKV-Vorleistung". Alles andere ist Beiwerk.

Tarif mit GKV ohne GKV GOÄ über 3,5-fach? Sehhilfen Heilpraktiker / Hufeland Psychotherapie
DKV BMG 100 % 100 % ja 500 € / 24 M 80 %, bis 1.000 €/J · Hufeland voll 30 Sitz. 100 %, dann gestaffelt
DKV KAMP 100 % 85 % ja 500 € / 24 M 80 %, bis 1.000 €/J · Hufeland voll gestaffelt, 85 % ohne GKV mit Zusage
Münchener Verein 723 80 % 80 % nein (Grenze 3,5-fach) 150 €/J 80 %, bis 800 €/J · Hufeland nicht voll 40 Sitzungen/Jahr
Signal Iduna AmbulantTOP 100 % 80 % nein (Grenze GOÄ-Höchstsatz) nicht enthalten nicht enthalten 50 Sitz., 0 % ohne GKV
ARAG 182 100 % 60 % ja (bei indiv. Honorarvereinbarung) nicht enthalten erfüllt · Hufeland nicht voll 50 Sitzungen/Jahr
Württembergische AGU 100 % 50 % nein nicht enthalten nicht enthalten 30 Sitz. Krisenintervention

Auswertung der Versicherungsbedingungen, Stand: DKV-Broschüren 07/2025 & Bedingungen 12/2023, Signal Iduna AVB Fassung 09/2017, Münchener Verein AVB Ausgabe 01/2013, ARAG Bedingungsheft 04/2026, Württembergische Informationsblatt zu Versicherungsprodukten (Tarif AGU). Die grün markierten Zeilen sind die marktführenden Tarife bei der Erstattungsquote ohne GKV-Vorleistung.

Was die Tabelle in Worten sagt

Nur DKV BMG erstattet 100 % ohne GKV-Vorleistung. Das ist am Markt alleinstehend. Alle anderen Tarife lassen einen Eigenanteil von mindestens 15 % übrig, am unteren Ende sogar 50 %.

DKV KAMP liegt mit 85 % auf Platz zwei – und hat gegenüber den 80 %-Tarifen ein technisches Detail, das oft übersehen wird: KAMP und BMG erstatten Arzthonorare auch oberhalb des 3,5-fachen GOÄ-Höchstsatzes. Münchener Verein und Signal Iduna tun das explizit nicht – bei Privatkinderärzten, die über den Höchstsatz hinaus abrechnen, fehlt dann Erstattung, selbst wenn die prozentuale Quote auf dem Papier stimmt.

Münchener Verein 723 ist die stärkste 80 %-Lösung, weil Zahnbehandlung (bis 1.000 €/Jahr), Sehhilfen (allerdings nur 150 €/Jahr) und Heilpraktiker enthalten sind. Einschränkungen: Begrenzt auf den 3,5-fachen GOÄ-Satz, Hufeland-Verzeichnis nicht vollständig abgedeckt, Pflicht zum Ablehnungsschreiben der GKV oder Arztvermerk auf der Rechnung.

Signal Iduna AmbulantTOP allein ist kein Privatarzt-Tarif für Familien. Vorsorgeuntersuchungen, Heilpraktiker, Naturheilkunde durch Ärzte und Sehhilfen sind nicht enthalten und müssen über den Ergänzungsbaustein AmbulantPLUS dazugekauft werden. Und es gibt eine Falle, die in Vergleichen kaum erwähnt wird: Bei Psychotherapie greift 0 % Erstattung ohne GKV-Vorleistung – wörtlich aus den Bedingungen: "Erbringt die GKV keine Leistung, werden Aufwendungen nicht ersetzt". Für Privatpsychotherapie eines Kindes bei einem Therapeuten ohne Kassenzulassung ist das ein Totalausfall. Zusätzlich wichtig: Die Kostenerstattung muss vor Inanspruchnahme der Behandlung bei der GKV gewählt sein – nachträgliche Aktivierung wird nicht akzeptiert.

ARAG 182 erstattet ohne GKV-Vorleistung nur 60 % und hat 75 € Selbstbehalt pro Jahr. Der Tarif hat aber einen Vorteil, der gewürdigt gehört: Bei Arztrechnungen mit individueller Honorarvereinbarung erstattet ARAG 182 auch oberhalb des GOÄ-Höchstsatzes – was Münchener Verein und Signal Iduna nicht tun. Für regelmäßige Privatkinderarztbesuche bleibt der Eigenanteil trotzdem zu hoch, aber das Detail ist korrekt zu nennen.

Württembergische AGU ist kein klassischer Tarif, sondern ein "Wenn-Dann"-Produkt: Er leistet erst, wenn nach Versicherungsbeginn erstmals eine tariflich definierte schwere Erkrankung (Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, insulinpflichtiger Diabetes, AIDS, Dialysepflicht, Transplantation, Amputation, Koma, Querschnittslähmung u. a.) diagnostiziert wird. Danach leistet er unabhängig vom weiteren Vorliegen der Erkrankung. Für den Alltag beim Privatkinderarzt ist das faktisch kein Deckungsschutz – und selbst wenn er greift, nur mit 50 % ohne GKV-Vorleistung.

Was dieser Vergleich NICHT abbildet: Beiträge für einzelne Altersstufen, Annahmequoten bei Vorerkrankungen, Kalkulationslogik (mit/ohne Alterungsrückstellungen). Die endgültige Tarifwahl lässt sich nur im Einzelfall treffen – auf Basis Ihrer konkreten Situation und Gesundheitshistorie.

Warum DKV BMG bei Familien über den Kinderarzt-Fall hinaus punktet

Die reine 100 %-Quote ohne GKV-Vorleistung ist der Einstiegspunkt. Wer aber einmal einen Kombitarif für die Familie wählt, schaut auch auf die Randbereiche – und hier gibt es drei Punkte, die BMG im Vergleich zu den anderen geprüften Tarifen auszeichnen.

Themenbereich DKV BMG Markt-Mittel (MV 723 / Signal / ARAG / Württemb.)
Hufeland-Verzeichnis
(offizielle Liste der Naturheilverfahren)
alle Verfahren abgedeckt in keinem der geprüften Wettbewerbstarife vollständig abgedeckt
Sehhilfen bis 500 € in 24 Monaten, inkl. Reparaturen MV 723: 150 €/J · Signal / ARAG / Württemb.: nicht enthalten
Heilpraktiker 80 %, bis 1.000 €/Jahr nach GebüH MV 723: bis 800 €/J · Signal / Württemb.: nicht enthalten
Kieferorthopädie Kinder 100 % bis zum 19. Lebensjahr keiner der anderen Tarife leistet für KFO
Zahnbehandlung 100 % MV 723: 80 %, max. 1.000 €/J · andere: nicht enthalten
Optionsrecht auf BMZ1G (1-Bett) zu Beginn des 4. oder 6. Versicherungsjahres ohne Gesundheitsprüfung nicht vorhanden
Optionsrecht auf DKV-Vollversicherung zu erleichterten Bedingungen beim Wechsel aus BMG nicht vorhanden

Was das praktisch bedeutet: Ein Kind, das heute in BMG versichert wird, hat nicht nur beim Privatkinderarzt die volle 100 %-Erstattung. Wenn später eine Brille gebraucht wird, wenn die Kieferorthopädie ansteht, wenn die Homöopathin konsultiert wird, greift derselbe Tarif. Und wenn sich die berufliche Situation der Eltern ändert – etwa Selbstständigkeit oder deutlicher Gehaltssprung – kann aus BMG heraus ohne neue Gesundheitsprüfung in die DKV-Vollversicherung gewechselt werden.

Deshalb ist BMG bei Eltern, die den Einstieg in eine ernsthafte Zusatzabsicherung planen, häufig der Tarif, der über die Laufzeit die meisten Situationen abdeckt – nicht nur die eine Frage "Privater Kinderarzt".

Abgrenzung zu KAMP: Wer nur den ambulanten Privatarzt-Alltag absichern möchte – ohne Zahn, ohne Klinikkomfort, ohne Optionsrechte – fährt mit KAMP schlanker und günstiger. BMG lohnt sich dann, wenn die Breite bewusst gewollt ist.

Rechenbeispiel: 400 € Privatrechnung beim Kinderarzt

Die Rechnung kommt aus einer typischen Konsultation mit Diagnostik. Sie enthält keine GKV-Leistungen und wird innerhalb der GOÄ-Höchstsätze abgerechnet. Kostenerstattung ist aktiv. So leisten die Tarife:

Tarif Erstattung Eigenanteil Bei 10 Besuchen/Jahr
DKV BMG 400 € 0 € 0 €
DKV KAMP 340 € 60 € 600 €
Münchener Verein 723 320 € 80 € 800 €
Signal AmbulantTOP 320 € 80 € 800 €
ARAG 182 240 € (– 75 € SB) 235 € 1.675 €
Württembergische AGU 200 € 200 € 2.000 €
Für ein Kind, das regelmäßig bei einem Privatkinderarzt vorgestellt werden soll, sind die Quoten kein Zahlenspiel. Zehn Besuche pro Jahr sind bei einem kleinen Kind realistisch. Der Unterschied zwischen DKV BMG (0 €) und Württemb. AGU (2.000 €) ist der Unterschied zwischen einer funktionierenden Lösung und einer, die den Zweck verfehlt.

Tarifunterlagen der marktführenden DKV-Tarife

Die konkreten Bedingungswerke der beiden DKV-Tarife, die ich auf dieser Seite ausführlicher beschreibe:

Leistungsdetails der beiden marktführenden Tarife

DKV KAMP KombiMed Ambulant Privat – der ambulante Baustein

Wofür gedacht? Familien, die gezielt Privatleistungen beim Kinderarzt, in der Privatsprechstunde oder bei Spezialisten nutzen möchten – ohne zusätzlich Zahn oder Krankenhauskomfort abzusichern.

LeistungsbereichRegelung (vereinfacht)
Ambulante Heilbehandlung mit GKV-Vorleistung100 % der Restkosten
Ambulante Heilbehandlung ohne GKV-Vorleistung85 % des Rechnungsbetrags
GOÄ-Höchstsatzauch oberhalb des 3,5-fachen Satzes erstattungsfähig
Sehhilfenbis 500 € innerhalb von 24 Monaten
Hörgerätebis 1.000 €
Psychotherapiegestaffelte Erstattung (Stufen nach Sitzungsanzahl)
Heil- und Hilfsmittelenthalten
SB-VariantenKAMP0 (0 €), KAMP1 (150 € Kind / 300 € Erwachsene)

Einordnung: Bewusst schlank. Wer zusätzlich Zahn oder Krankenhauskomfort möchte, ergänzt getrennt oder wählt BMG.

DKV BMG BestMed Kombi – Rundum-Lösung ambulant, Zahn, stationär

Wofür gedacht? Familien, die bewusst breit absichern möchten – inklusive Zahn und Klinik. Voraussetzung für die reibungslose Abwicklung: sauber aufgesetzte Kostenerstattung.

LeistungsbereichRegelung (vereinfacht)
Ambulant mit GKV-Vorleistung100 %
Ambulant ohne GKV-Vorleistung100 % (marktführend)
GOÄ-Höchstsatzauch oberhalb des 3,5-fachen Satzes erstattungsfähig
Medikamente100 % (auch nicht verschreibungspflichtige bei Verordnung)
Sehhilfenbis 500 € / 24 Monate inkl. Reparaturen
Heilpraktiker / Naturheilverfahrenbis 80 %, max. 1.000 € pro Jahr
Psychotherapie100 % für die ersten 30 Sitzungen, danach reduziert
Zahnbehandlung100 %
Zahnersatz / Implantatebis 85 %, max. 6 Implantate je Kiefer
Kieferorthopädie100 % für Kinder bis 18 Jahre
Stationär100 % Chefarzt, 100 % 2-Bett; 1-Bett anteilig (60 %)
SB-VariantenBMG0 / BMG1 / BMG2 / BMG3 (gestaffelt)

Einordnung: Die umfassendste Lösung am Markt. Für das 1-Bett-Zimmer stationär ergänzbar um BMZ1G.

Hinweis: Die Leistungsangaben sind vereinfacht zusammengefasst. Maßgeblich sind jeweils die vollständigen Versicherungsbedingungen (AVB), der aktuelle Tarifstand und die Annahme.

Optionen bei BMG: Wenn sich später etwas ändert

Viele Familien planen in Etappen. Erst den Alltag absichern, später erweitern. Für diesen Fall kennt BMG zwei echte Optionsrechte – beide ohne erneute Gesundheitsprüfung zum Zeitpunkt der Ausübung.

  • Option auf BMZ1G (Einbettzimmer): Wer BMG bis zum Eintrittsalter 55 abgeschlossen hat, kann den Versicherungsschutz einmalig zu Beginn des 4. oder 6. Versicherungsjahres um den stationären Einbettzimmer-Baustein BMZ1G ergänzen – zu erleichterten Bedingungen.
  • Option auf DKV-Vollversicherung: Ein Wechsel aus BMG in die BestMed-Vollversicherung ist zu erleichterten Bedingungen möglich. Das ist relevant, wenn sich die Lebenssituation ändert – etwa bei Selbstständigkeit, beim Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze oder bei Eintritt in den Beamtenstatus.

Diese Rechte müssen bekannt sein, bevor der Statuswechsel eintritt. Wer sie erst danach entdeckt, kann sie nicht mehr nachträglich ausüben.

Einschränkung: "Erleichterte Bedingungen" heißt nicht "ohne jede Prüfung". Zum Zeitpunkt des BMG-Abschlusses findet die reguläre Gesundheitsprüfung statt – von deren Ergebnis hängt ab, in welchem Umfang die Optionen später nutzbar sind. Details klären wir im Beratungsgespräch.

Selbstbeteiligung in Euro – was bedeutet das konkret?

Mehr Eigenanteil im Leistungsjahr → niedrigerer Monatsbeitrag. Ob das passt, hängt davon ab, wie oft Privatleistungen tatsächlich genutzt werden.

KAMP (ambulant)

  • KAMP0: 0 € Selbstbeteiligung
  • KAMP1: 150 € (Kinder/Jugendliche) / 300 € (Erwachsene) pro Jahr

BMG (Kombi)

  • BMG0: 0 € SB
  • BMG1: 200 € (bis 20) / 400 € (ab 20)
  • BMG2: 400 € (bis 20) / 800 € (ab 20)
  • BMG3: 800 € (bis 20) / 1.600 € (ab 20)

Bei regelmäßiger Nutzung des Privatkinderarztes ist die SB-Variante selten die günstigere Wahl. Die Differenz im Monatsbeitrag wird schnell von der SB aufgezehrt.

Beitragsrechner 2026

Geben Sie das Geburtsdatum ein. Der Rechner unterscheidet automatisch zwischen Kind/Jugendlicher (bis 19 Jahre) und Erwachsener (ab 20 Jahre) und zeigt die Monatsbeiträge für KAMP0/1, BMG0–3, BMZ1G sowie die gängigen Kombinationen an. Maßgeblich für den tatsächlichen Beitrag sind Annahme, Tarifstand, AVB und die konkrete Gesundheitsprüfung.

Warten auf Eingabe

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Kostenerstattung und Tarifwahl prüfen lassen

Typische Fehler bei der Kostenerstattung für das Kind

  1. Nur den Monatsbeitrag vergleichen. Der günstigste Tarif nützt nichts, wenn er bei 50 oder 60 % „ohne GKV-Vorleistung" liegt und der Eigenanteil höher ist als die Beitragsersparnis.
  2. GOÄ-Höchstsatz-Regelung übersehen. Ein Tarif, der nur bis 3,5-fach leistet, fällt genau dann aus, wenn ein erfahrener Privatkinderarzt über den Höchstsatz hinaus abrechnet.
  3. Kostenerstattung nicht rechtzeitig wählen. Signal Iduna AmbulantTOP verlangt ausdrücklich, dass die Kostenerstattung vor der Behandlung aktiv ist. Rückwirkend geht nicht.
  4. Bindungsfrist unterschätzen. Wer Kostenerstattung wählt, ist mindestens ein Kalendervierteljahr daran gebunden.
  5. Zusatzbausteine kaufen, die nicht passen. Signal AmbulantTOP ohne PLUS lässt Vorsorge, Heilpraktiker und Sehhilfen komplett weg. Ohne PLUS ist TOP kein Privatarzt-Tarif für Familien.
  6. Vergleichsportalen blind vertrauen. Die zeigen Monatsbeiträge, nicht Leistungsklauseln. Genau dort liegt aber die Entscheidung.
  7. Psychotherapie-Schwäche bei Signal übersehen. Signal AmbulantTOP erstattet Psychotherapie nur mit GKV-Vorleistung – bei einem Privattherapeuten ohne Kassenzulassung ist das ein Totalausfall, auch wenn andere Leistungen noch mit 80 % erstattet würden.
  8. Hufeland-Verzeichnis nicht prüfen. Wenn Homöopathie, Akupunktur oder anthroposophische Medizin relevant sein könnten, muss das Hufeland-Verzeichnis vollständig abgedeckt sein. Von den geprüften Tarifen schaffen das nur DKV BMG und KAMP.

Meine Einschätzung zum Markt

Jan Pohl, Versicherungsmakler Aachen

Warum ich in dieser Konstellation regelmäßig bei der DKV lande

Ich bin ungebundener Versicherungsmakler. Ich habe keinen Anbieter, den ich platzieren muss, und ich verkaufe auch nicht den Tarif, für den es die höchste Courtage gibt. Normalerweise zeige ich in meinen Beratungen mehrere Anbieter parallel.

Für den konkreten Fall „GKV-Kind soll zum Privatkinderarzt" ist das Ergebnis nach Auswertung der Versicherungsbedingungen aber eindeutig. Zwei Punkte, die fast alle Vergleichsportale nicht abbilden, entscheiden:

Erstens die Erstattungsquote ohne GKV-Vorleistung. DKV BMG leistet 100 %. DKV KAMP 85 %. Münchener Verein und Signal Iduna 80 %. ARAG und Württembergische 60 % bzw. 50 %. Bei zehn Arztbesuchen im Jahr sind das Unterschiede zwischen 0 € und 2.000 € Eigenanteil – kein theoretischer Wert, sondern das, was am Ende auf dem Kontoauszug steht.

Zweitens der GOÄ-Höchstsatz. KAMP und BMG erstatten ärztliche Leistungen auch oberhalb des 3,5-fachen GOÄ-Höchstsatzes. Münchener Verein und Signal Iduna nicht. Bei erfahrenen Privatkinderärzten, die mit individueller Honorarvereinbarung arbeiten, fehlt dann Geld – egal wie stark die Prozentzahl auf dem Papier aussieht. ARAG 182 erstattet zwar auch über den Höchstsatz, aber nur mit 60 % ohne GKV-Vorleistung – da fehlt hinten wieder, was vorne gewonnen ist.

Drittens bei BMG die Langzeit-Perspektive. Wer den Tarif einmal sauber aufsetzt, hat neben dem Kinderarzt-Alltag gleich Sehhilfen, Heilpraktiker, Zahnbehandlung, Kieferorthopädie bis 19 Jahre, stationären Chefarzt und das Optionsrecht auf Vollversicherung mit abgedeckt. Das ist bei Eltern, die in Etappen planen, der Punkt, an dem sich BMG von reinen Ambulanttarifen löst.

Deshalb bespreche ich auf dieser Seite KAMP und BMG vertieft. Das ist keine Bevorzugung, sondern das Ergebnis der Prüfung. Sollte sich die Ausgangslage ändern – etwa Gesundheitsprüfung bei der DKV schwierig, oder es geht nur um einzelne Leistungen – kommen andere Tarife ins Spiel. Das klären wir dann gemeinsam im Gespräch.

Jan Pohl Versicherungsmakler, Aachen · § 34d GewO · ungebunden

Nächste Schritte: Was Sie konkret tun können

  1. Klären, ob Ihre Kasse Kostenerstattung für Kinder unkompliziert umsetzt. Die Handhabung ist je nach Kasse unterschiedlich.
  2. Den Leistungsbedarf sortieren: Reicht ambulant (KAMP) oder sollen Zahn und Klinik gleich mit (BMG)?
  3. Selbstbeteiligung realistisch wählen: Nicht nach Beitrag, sondern nach erwarteter Nutzung.
  4. Wenn der Fall klar ist: Antrag stellen. Wenn er unklar ist: einmal gemeinsam prüfen.

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Häufige Fragen

Muss mein Kind für den privaten Kinderarzt in die PKV wechseln?

Nein. Es handelt sich um eine Zusatzversicherung zur bestehenden GKV. Ihr Kind bleibt gesetzlich versichert – die Zusatzversicherung ergänzt Leistungen, die die GKV nicht oder nur anteilig übernimmt.

Was ist der Unterschied zwischen Kinderarzt-Selbstzahler und Privatpatient trotz GKV?

Selbstzahler bedeutet: Sie zahlen die komplette Rechnung aus eigener Tasche ohne jede Erstattung. „Privatpatient trotz GKV" über Kostenerstattung nach § 13 SGB V bedeutet: Sie erhalten einen Teil über Ihre Krankenkasse erstattet, den Rest kann eine passende Zusatzversicherung abdecken. Voraussetzung ist, dass Kostenerstattung bei der Kasse aktiv ist und der Tarif die „Ohne-Vorleistung"-Frage sauber regelt.

Gibt es Familientarife ohne Begrenzung der Kinderarztbesuche?

Die Zahl der Arztbesuche ist bei den im Vergleich gezeigten Tarifen nicht gedeckelt. Begrenzt sind einzelne Leistungsbereiche – etwa Sehhilfen, Heilpraktiker oder Psychotherapie (40 oder 50 Sitzungen pro Jahr, je nach Tarif). Die ärztliche Grundleistung selbst wird nach Rechnung und Tariflogik erstattet, nicht pauschal pro Besuch.

Gibt es eine Zusatzversicherung für Kinderarztbesuche ohne Selbstbeteiligung?

Ja. Sowohl KAMP als auch BMG sind als Nulltarif (KAMP0, BMG0) ohne Selbstbeteiligung verfügbar. Der Monatsbeitrag liegt entsprechend höher als bei den SB-Varianten. Welche Variante günstiger ist, hängt von der tatsächlichen Inanspruchnahme ab.

Wie lange bin ich an Kostenerstattung gebunden?

Wer Kostenerstattung nach § 13 Abs. 2 SGB V wählt, ist mindestens ein Kalendervierteljahr daran gebunden. Ein Wechsel zurück ist danach möglich, muss aber gegenüber der Kasse erklärt werden und gilt frühestens für das folgende Quartal.

Warum erstatten manche Tarife nur 50 oder 60 % ohne GKV-Vorleistung?

Viele Zusatztarife sind als reine Aufstockung auf die GKV-Sachleistung konzipiert. Sie setzen einen GKV-Bescheid voraus. Wenn die GKV mangels Kassenzulassung des Arztes nichts beisteuert, greifen tarifinterne Reduktionsklauseln – diese führen je nach Anbieter zu Quoten zwischen 0 % und 80 %. Nur wenige Tarife haben eine ausdrückliche, praxistaugliche Regelung für den Privatarzt-Fall.

Was ist das Hufeland-Verzeichnis und warum ist es wichtig?

Das Hufeland-Verzeichnis ist eine offizielle Liste naturheilkundlicher Behandlungsverfahren (Homöopathie, Akupunktur, anthroposophische Medizin, Phytotherapie u. a.), die von der Hufelandgesellschaft gepflegt wird. Viele Versicherungsbedingungen verweisen darauf, um zu definieren, welche Naturheilverfahren erstattet werden. Unter den geprüften Tarifen decken nur DKV BMG und KAMP das Verzeichnis vollständig ab. Bei Münchener Verein, Signal, ARAG und Württembergische ist die Abdeckung eingeschränkt oder gar nicht vorhanden. Für Familien, die naturheilkundliche Behandlungen erwarten, ist das ein entscheidendes Kriterium.

Bekommt mein Kind später leichter eine PKV-Vollversicherung, wenn es jetzt BMG hat?

DKV BMG enthält eine Option auf den Wechsel in die DKV-Vollversicherung zu erleichterten Bedingungen. Das heißt aber nicht "ohne Gesundheitsprüfung" – die Gesundheitsprüfung findet einmal zu Beginn der BMG-Versicherung statt, und ihr Ergebnis bestimmt, welche Optionsrechte später nutzbar sind. Relevant wird das typischerweise, wenn sich der Versicherungsstatus der Eltern ändert: Selbstständigkeit, Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze, Beamtenstatus. Die Details sollten im Beratungsgespräch geklärt werden, bevor der BMG-Vertrag unterzeichnet wird.

Muss ich Rechnungen immer erst selbst bezahlen?

Bei Privatrechnungen ist das der Regelfall: Sie zahlen die Rechnung und reichen sie anschließend zur Erstattung ein. Manche Ärzte räumen Zahlungsziele ein.

Was ist die sichere Reihenfolge bei Kostenerstattung?

Vereinfacht: Rechnung → GKV (Bescheid) → Zusatzversicherung. Ob das in Ihrem konkreten Fall so gilt, hängt von Kasse, Leistungsbereich und Tarif ab.

Rechtsquelle: § 13 SGB V (Kostenerstattung) auf gesetze-im-internet.de. Die Inhalte dieser Seite sind vereinfacht dargestellt. Maßgeblich sind Antrag, Tarifbedingungen, Tarifstand und die konkrete Kostenerstattungs-Konstellation Ihrer Krankenkasse.

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