ETF-Police oder Depot? Vergleich mit Rechner

RechnerETF vs. PoliceBrutto & Netto

ETF oder Fondspolice – der Rechner mit echten Kosten und Steuern

Vergleichen Sie freies ETF-Depot, aktiven Fonds, Brutto- und Nettopolice. Mit getrennten Kostenarten (Abschluss, Verwaltung, Fonds, Kickback) und beiden Auszahlungswegen: Kapital nach der 12+/62-Regel und lebenslange Rente.

Antwort in 3 Sätzen

Ob ETF-Depot oder Fondspolice besser ist, hängt vor allem an drei Stellschrauben: laufende Kosten, Auszahlungsweg und Ihr Steuersatz im Ruhestand. Eine Nettopolice mit günstigem ETF kann ihren Vorteil vor allem bei langer Laufzeit, niedrigen laufenden Kosten und passendem Auszahlungsweg ausspielen; eine Bruttopolice muss ihren Kostennachteil erst über Steuervorteil, Tarifqualität und Auszahlungsweg aufholen. Dieser Rechner zeigt Ihren Fall mit Ihren Zahlen – unverbindlich und ohne Produktwerbung.

Der Rechner eignet sich, wenn Sie wissen möchten, ob der Steuervorteil einer Fondspolice die höheren Produktkosten ausgleicht. Entscheidend sind Laufzeit, Kosten, Ihr Steuersatz im Ruhestand und die Frage, ob Sie Kapital oder eine lebenslange Rente wollen.

1. Ihre Eckdaten

Kostenmodell:
Kostenart (p.a., wenn nicht anders)Depot + ETFDepot + aktiver FondsBruttopoliceNettopolice
Abschlusskosten
(% der Beitragssumme, Zillmer 5 J.)
Laufende Verwaltung
Fonds-/ETF-Kosten (TER)
Kickback-Gutschrift
Honorar einmalig (€)
Feinjustierung (Steuer, Rentenfaktor, Vorabpauschale)

Unverbindliche Modellrechnung, keine Anlage- oder Steuerberatung. Es gilt Ihr konkreter Tarif.

Wie der Rechner rechnet

Premisse: In alle vier Varianten fließt der gleiche Monatsbeitrag (brutto). Es gibt keine staatliche Förderung – ETF-Depot und Fondspolice sind privat finanziert. Verglichen werden nur Kosten und Steuern.

Kosten: Im Detail-Modus werden Abschlusskosten (anteilig über 5 Jahre, also frontlastig nach Zillmer), laufende Verwaltung, Fonds-/ETF-Kosten und Kickback-Gutschriften getrennt gerechnet. Im Einfach-Modus ersetzt eine Gesamtkostenquote diese Posten. Beide mindern die Rendite.

Steuer Ansparphase: Beim Depot wird die Vorabpauschale vereinfacht angesetzt (Basiszins x 70 Prozent, Abgeltungsteuer 26,375 Prozent mit 30 Prozent Teilfreistellung); bereits gezahlte Vorabpauschale wird bei der Endbesteuerung angerechnet. In der Police entfällt sie.

Steuer Auszahlung: Depot – Abgeltungsteuer 26,375 Prozent auf den Gewinn mit 30 Prozent Teilfreistellung (Aktien). Police, Kapital – bei Auszahlung ab 62 und nach 12 Jahren (12+/62) nur die Hälfte des Gewinns mit dem persönlichen Steuersatz, vorher 15 Prozent Teilfreistellung (Aktien-Fondspolice). Police, Rente – nur der Ertragsanteil (bei 67 rund 17 Prozent) mit dem persönlichen Satz. Die 15 Prozent Teilfreistellung im Versicherungsmantel ist niedriger als die 30 Prozent im Depot; der Rechner unterstellt eine Aktienfondsanlage.

Bewusste Vereinfachungen: Soli wird berücksichtigt, Kirchensteuer nicht. Die Depot-Entnahme rechnet ohne laufende Entnahme-Besteuerung (konservativ zugunsten Depot). Die Police-Rente nutzt Ihren garantierten Rentenfaktor. Einheitliche Rendite-Annahme statt Markt-Schwankung. Es gilt immer Ihr konkreter Tarif.

Die steuerliche Berechnung ist vereinfacht: unterstellt werden Aktienfonds mit entsprechender Teilfreistellung, keine Kirchensteuer, kein Sparer-Pauschbetrag, keine Verlustverrechnung, keine Unterscheidung von Ausschüttung und Thesaurierung und keine laufende Besteuerung neuer Depot-Erträge während der Entnahmephase. Eine verbindliche steuerliche Bewertung kann nur eine Steuerberatung leisten.

Quellen: § 20 EStG, § 20 InvStG (Teilfreistellung), BMF-Basiszins Vorabpauschale, BaFin Nettoprodukte.

Jan Pohl, Versicherungsmakler in Aachen, ETF und Fondspolice Vergleich
Worauf es beim Vergleich wirklich ankommt

Der häufigste Denkfehler: die Police nur an der Marke oder der Brutto-Rendite zu messen. Entscheidend sind die laufenden Kosten und der Auszahlungsweg. Eine Bruttopolice muss ihren Steuervorteil gegen Abschluss-, Verwaltungs- und Fondskosten erst verdienen – ob das gelingt, hängt vom Tarif, der Laufzeit und dem Auszahlungsweg ab; im Rechner sehen Sie es für Ihren Fall. Eine Nettopolice dreht das Bild: Sie spielt ihren Steuer- und Verrentungsvorteil aus, wenn die Laufzeit lang genug ist und Sie eine lebenslange Rente wollen.

Mein Rat: Vergleichen Sie nicht „Police gegen Depot“ pauschal, sondern Ihren konkreten Tarif gegen ein Discount-Depot – und trennen Sie die Frage „Kapital oder lebenslange Rente?“ sauber. Genau das rechne ich mit Ihnen im Erstgespräch durch, ungebunden von einzelnen Versicherern.

Jan Pohl, Versicherungsmakler Aachen

Häufige Fragen

Warum liegt das ETF-Depot oft fast gleichauf mit der Nettopolice?
Weil sich zwei Effekte aufheben: Das Depot hat niedrigere laufende Kosten, zahlt aber die Vorabpauschale und später volle Abgeltungsteuer. Die Police hat höhere Kosten, dafür den Steuervorteil der 12+/62-Regel. Bei mittlerem Steuersatz im Ruhestand ist das Ergebnis oft fast gleich – die Police gewinnt klar erst bei der lebenslangen Rente oder niedrigem Ruhestands-Steuersatz.
Was bedeutet die 12+/62-Regel?
Wird eine Renten-/Lebensversicherung als Kapital ausgezahlt – frühestens ab Alter 62 und nach mindestens 12 Vertragsjahren –, dann ist nur die Hälfte des Gewinns mit Ihrem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Vorher gilt 15 Prozent Teilfreistellung bei Aktien-Fondspolicen.
Bringt die Bruttopolice irgendeinen Vorteil?
Eine Bruttopolice muss ihren Kostennachteil erst über Steuervorteil, Tarifqualität, Laufzeit und Auszahlungsweg aufholen. Bei langer Laufzeit, gutem Tarif und Verrentungswunsch kann das gelingen; bei hohen Abschluss- und Verwaltungskosten liegt sie im Rechner aber häufig hinter Depot und Nettopolice. Prüfen Sie es mit Ihren Zahlen.
Wieso ist die Depot-Rente höher, aber endlich?
Das Depot zahlt eine höhere Monatsrate, weil es das Kapital plus Zinsen bis zum Zielalter aufbraucht – danach ist es leer. Die Police zahlt eine niedrigere, dafür lebenslange Rente. Wer alt wird, fährt mit der Police-Rente besser; wer früh verstirbt oder Kapital will, mit dem Depot.
Warum brauche ich beim Nettotarif ein Honorar?
In der Nettopolice ist keine Vermittler-Provision einkalkuliert – deshalb sind die laufenden Kosten viel niedriger. Dafür wird die Beratung über ein separates Honorar vergütet. Bei langen Laufzeiten ist das Honorar deutlich kleiner als die eingesparten Kosten.
Sind die Ergebnisse eine Empfehlung?
Nein. Es ist eine unverbindliche Modellrechnung mit Ihren Annahmen. Welche Variante für Sie passt, hängt von Steuer, Laufzeit, Liquiditätswunsch und Tarif ab – das klären wir im persönlichen Gespräch.

Ihren konkreten Tarif gegen ein Discount-Depot rechnen lassen?

Im Erstgespräch vergleichen wir effektive Gesamtkosten, ordnen vorhandene Verträge ein und bauen eine Auszahlungs-Logik, die zu Ihrem Lebensplan passt – ungebunden von einzelnen Versicherern.

Termin vereinbaren

Mehr Hintergrund im Artikel: ETF-Police oder Depot – wann sich der Versicherungsmantel lohnt. Verwandt: Altersvorsorgedepot vs. Fondspolice, Schichtenvergleich Altersvorsorge.

Wie groß ist Ihre Rentenlücke wirklich?

ETF-Police oder Depot ist die Frage nach dem Wie. Der Vorsorge-Check beantwortet zuerst das Wie viel: Ihre Rentenlücke in heutiger Kaufkraft – und welche Absicherung Vorrang hat.

Rentenlücke berechnenoder direkt Kontakt aufnehmen