ETF-Police oder ETF-Depot: Vergleich mit Rechner

Entscheidung + Rechner

ETF-Police oder ETF-Depot? Kosten, Steuern und Auszahlung vergleichen

Ein freies ETF-Depot ist flexibel und transparent. Eine fondsgebundene Rentenversicherung kann bei langer Laufzeit, niedrigen Gesamtkosten und passender Auszahlung steuerlich interessant sein. Der Rechner zeigt keine pauschale Gewinnerin, sondern die Wirkung Ihrer eigenen Annahmen.

Die kurze Antwort: Für frei verfügbares Kapital, einfache Übertragbarkeit und maximale Flexibilität spricht meist das ETF-Depot. Für eine vertraglich organisierte lebenslange Rente und eine steuerlich aufgeschobene Ansparphase kann eine ETF-Police passen. Entscheidend sind nicht Produktetiketten, sondern Effektivkosten, Vertragsdauer, Auszahlungsform, garantierter Rentenfaktor und die separate Vergütung bei einem Nettotarif.

FlexibilitätDepotvermögen ist jederzeit verfügbar. Eine Police hat vertragliche Regeln für Kündigung, Entnahme und Verrentung.
KostenVergleichen Sie Effektivkosten aus den Produktunterlagen, nicht nur ETF-TER oder Abschlusskosten.
SteuernDepot und Police werden unterschiedlich besteuert. Der Vorteil hängt vom konkreten Auszahlungsweg ab.
AuszahlungKapitalauszahlung und lebenslange Rente sind zwei verschiedene Ziele und dürfen nicht vermischt werden.

Wann spricht mehr für Depot, Brutto- oder Nettopolice?

KriteriumETF-DepotBrutto-ETF-PoliceNetto-ETF-Police
Verfügbarkeitjederzeit, ohne Versicherungsvertragvertraglich geregelt; Rückkaufswert beachtenvertraglich geregelt; Rückkaufswert beachten
VergütungDepot- und FondskostenVertriebskosten im Vertrag eingerechnetkeine eingerechnete Vermittlungsprovision; separate Vergütung möglich
Steuer während der Laufzeitlaufende Besteuerung einschließlich möglicher Vorabpauschalegrundsätzlich Steuerstundung im Versicherungsmantelgrundsätzlich Steuerstundung im Versicherungsmantel
KapitalauszahlungInvestmentbesteuerung; Teilfreistellung je Fondsartmögliche hälftige Besteuerung bei erfüllter 12-/62-Regelwie Bruttopolice; separate Vergütung wirtschaftlich mitrechnen
Lebenslange Rentekeine Garantie; Entnahmeplan oder spätere Verrentung nötigmöglich, Qualität hängt stark am Rentenfaktor und Tarifmöglich, Qualität hängt stark am Rentenfaktor und Tarif

Eher ETF-Depot

  • Liquidität und Übertragbarkeit haben Vorrang.
  • Sie möchten jederzeit Beitrag, ETF und Anbieter wechseln.
  • Sie planen primär eine flexible Kapitalentnahme.

Eher ETF-Police prüfen

  • Sie wollen eine lebenslange Rentenoption.
  • Die Laufzeit ist lang und der Vertrag soll bis mindestens 62 bestehen.
  • Effektivkosten und garantierter Rentenfaktor sind belastbar.

Nettopolice nur konkret rechnen

  • Die separate Vergütung ist bekannt.
  • Die laufenden Tarifkosten sind tatsächlich niedriger.
  • Vergütung und entgangene Rendite werden nicht ausgeblendet.

ETF-Police oder ETF-Depot berechnen

Nutzen Sie möglichst die Effektivkosten beziehungsweise Renditeminderung aus den konkreten Produktunterlagen. Die voreingestellten Werte sind reine Beispielannahmen und keine Marktmittelwerte.

1. Eckdaten

2. Effektivkosten und Vergütung

ModellannahmeETF-DepotBrutto-ETF-PoliceNetto-ETF-Police
Effektivkosten / Renditeminderung p.a. (%)
Separate Vergütung heute (€)
Steuer- und Auszahlungsannahmen öffnen
BMF-Wert für 2026
nach Kosten und Steuern

Unverbindliche Modellrechnung. Keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Bei der Nettopolice wird eine heute separat gezahlte Vergütung einschließlich ihrer modellierten entgangenen Rendite berücksichtigt.

Ihr Modellvergleich

Wie der Rechner rechnet

Gleiche Sparleistung: In alle Varianten fließt derselbe Monatsbeitrag. Die Bruttorendite wird um die von Ihnen eingetragenen Effektivkosten gemindert.

ETF-Depot: Die Vorabpauschale wird vereinfacht jährlich für einen thesaurierenden Fonds modelliert. Bereits angesetzte Vorabpauschalen mindern den bei Verkauf zu versteuernden Gewinn. Der eingegebene Sparer-Pauschbetrag wird nicht angesammelt, sondern nur im jeweiligen Jahr berücksichtigt.

ETF-Police als Kapital: Bei mindestens zwölf Vertragsjahren und Auszahlung nach Vollendung des 62. Lebensjahres wird im Modell nur die Hälfte des nach 15 Prozent Steuerfreistellung verbleibenden Unterschiedsbetrags mit dem persönlichen Steuersatz angesetzt. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, wird vereinfacht die Abgeltungsteuer angesetzt.

Netto-ETF-Police: Die separate Vergütung wird nicht nur nominal abgezogen. Der Rechner ermittelt zusätzlich, welchen Endwert diese Zahlung bei Anlage im ETF-Depot erreicht hätte. So wird die Vergütung im Kapitalvergleich zeitwertgerecht sichtbar.

Rente und Depotentnahme: Die Police-Rente wird mit dem eingegebenen garantierten Rentenfaktor und dem gesetzlichen Ertragsanteil modelliert. Die Depotentnahme beginnt mit dem bereits versteuerten Modellkapital und nutzt die von Ihnen eingegebene Netto-Rendite bis zum Zielalter. Eine endliche Entnahme ist keine lebenslange Garantie.

Vereinfachungen: keine Kirchensteuer, keine Ausschüttungen, keine Verlustverrechnung, keine Vertragsänderungen, keine Fondswechselkosten, keine Stornoabzüge und keine individuelle Tarifbesteuerung. Bei der Vorabpauschale wird unterstellt, dass die Steuer aus dem Verrechnungskonto bezahlt wird.

Neutrale Quellen: § 20 EStG, § 52 EStG, § 19 InvStG, § 20 InvStG, § 22 EStG und BMF-Basiszins 2026.

Die fünf häufigsten Fehlentscheidungen

  1. Nur Steuern vergleichen: Ein Steuervorteil kann durch höhere Effektivkosten vollständig aufgezehrt werden.
  2. Nur die ETF-TER vergleichen: Bei Policen wirken zusätzliche Vertragskosten; beim Depot können Depot- und Transaktionskosten hinzukommen.
  3. Nettopolice automatisch für billig halten: Entscheidend sind Tarifkosten, separate Vergütung und Laufzeit zusammen.
  4. Kapital und Rente vermischen: Eine lebenslange Rente übernimmt Langlebigkeitsrisiko; ein Depotentnahmeplan bleibt Kapitalanlage.
  5. Rückkaufswert ignorieren: Wer vorzeitig kündigt oder Beiträge verändert, kann ein völlig anderes Ergebnis erhalten als in einer Durchhalte-Rechnung.

Meine Einschätzung

Jan Pohl, Versicherungsmakler in Aachen, zum Vergleich ETF-Police und ETF-Depot

Der Vergleich darf nicht mit einem gewünschten Ergebnis beginnen. Ein gutes ETF-Depot kann einer teuren Police deutlich überlegen sein. Eine kostengünstige Police mit belastbarem Rentenfaktor kann dagegen sinnvoll werden, wenn eine lebenslange Rente tatsächlich das Ziel ist.

Ich vergleiche deshalb immer drei Ebenen getrennt: Kapitalaufbau, Kapitalauszahlung und lebenslange Rente. Erst danach wird entschieden, ob Flexibilität, Steuerstundung oder Langlebigkeitsabsicherung für den konkreten Lebensplan wichtiger ist.

Jan Pohl · Versicherungsmakler in Aachen · ungebunden von einzelnen Versicherern

Häufige Fragen

Ist eine ETF-Police steuerfrei?

Nein. Sie verschiebt die Besteuerung grundsätzlich in die Auszahlungsphase. Bei einer begünstigten Kapitalauszahlung kann nur die Hälfte des maßgeblichen Unterschiedsbetrags mit dem persönlichen Steuersatz angesetzt werden; für fondsgebundene Lebensversicherungen sind unter den gesetzlichen Voraussetzungen zudem 15 Prozent des aus Investmenterträgen stammenden Unterschiedsbetrags steuerfrei.

Was bedeutet die 12-/62-Regel?

Für nach 2011 abgeschlossene Verträge setzt die hälftige Besteuerung grundsätzlich voraus, dass der Vertrag mindestens zwölf Jahre bestanden hat und die Auszahlung nach Vollendung des 62. Lebensjahres erfolgt. Weitere Vertragsmerkmale können steuerlich relevant sein.

Ist eine Nettopolice immer günstiger?

Nein. Sie enthält keine eingerechnete Vermittlungsprovision, kann aber weiterhin Versicherungs-, Verwaltungs- und Fondskosten haben. Hinzu kommt die separate Vergütung. Erst die Gesamtrechnung über die geplante Laufzeit erlaubt einen fairen Vergleich.

Warum ist der garantierte Rentenfaktor wichtig?

Er bestimmt, welche garantierte Monatsrente aus einem bestimmten Vertragsguthaben berechnet wird. Ein hohes Endkapital hilft wenig, wenn der garantierte Rentenfaktor schwach ist oder nur unverbindliche aktuelle Faktoren betrachtet werden.

Kann ich ein Depot und eine Police kombinieren?

Ja. Häufig ist eine Kombination sachgerechter als eine Alles-oder-nichts-Entscheidung: frei verfügbares Vermögen im Depot und nur der Teil in einer Police, für den eine lebenslange Rentenoption tatsächlich gewünscht ist.

Ist das höchste Rechnerergebnis automatisch die beste Lösung?

Nein. Der Rechner vergleicht Modellwerte. Verfügbarkeit, Insolvenzschutz, Vererbbarkeit, Vertragsqualität, Garantien, Steuern und Ihr tatsächlicher Auszahlungsplan müssen zusätzlich bewertet werden.

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