15. Juli 2026

Polizei- und Feuerwehranwärter 2026: Krankenabsicherung direkt nach der Diensttauglichkeit sichern

2026 stellen die Polizeien von Bund und Ländern zusammen rund 14.200 Anwärterinnen und Anwärter ein – allein Nordrhein-Westfalen etwa 3.000, die Bundespolizei rund 2.000. Dazu kommen die Einstellungen der Berufsfeuerwehren. Wer jetzt in den Vorbereitungsdienst startet, hat mit Heilfürsorge oder Beihilfe während der aktiven Dienstzeit meist eine gute Absicherung. Der Punkt, der dabei gern untergeht: Dieser Schutz ist an den aktiven Dienst gekoppelt – und die Weichen für die Zeit danach stellt man am besten heute.

Warum Heilfürsorge allein nicht reicht

Heilfürsorge übernimmt während der Dienstzeit die Krankheitskosten, ohne dass ein eigener Krankenversicherungsbeitrag anfällt. Sie endet aber mit dem aktiven Dienst: spätestens zur Pensionierung, unter Umständen früher bei Dienstunfähigkeit oder einem Wechsel des Dienstherrn. Ab dann greift Beihilfe – und für den Teil, den die Beihilfe nicht deckt (in der Regel 30 bis 50 Prozent), braucht es eine private Krankenversicherung.

Diese private Absicherung wird nach den Gesundheitsverhältnissen zum Zeitpunkt des Abschlusses kalkuliert. Wer erst mit 45 nach einer Bandscheiben-OP oder einer Diagnose in die PKV will, zahlt Risikozuschläge, bekommt Ausschlüsse – oder wird abgelehnt. Genau hier setzt die Anwartschaftsversicherung an: Sie sichert das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in die volle Krankenversicherung zu wechseln, zum heutigen Gesundheitszustand. Die große Anwartschaft friert zusätzlich das Eintrittsalter ein und bildet Alterungsrückstellungen, was den späteren Beitrag dämpft; die kleine Anwartschaft sichert nur den Gesundheitszustand.

Neuer Kurzantrag mit vereinfachter Gesundheitsprüfung

Seit Juli 2026 gibt es bei der Barmenia Gothaer einen Kurzantrag (K4989) mit vereinfachter Gesundheitsprüfung speziell für Polizei- und Berufsfeuerwehranwärter. Statt eines umfangreichen Fragenkatalogs genügt eine verkürzte Prüfung. Zwei Bedingungen: Es muss eine uneingeschränkte Diensttauglichkeit vorliegen, und die entsprechende Bestätigung wird mit dem Antrag eingereicht.

Das Zeitfenster ist begrenzt: Der Kurzantrag kann bis zu drei Monate nach bestandener Diensttauglichkeitsprüfung genutzt werden. Wer diese Frist verstreichen lässt, muss den regulären Weg mit vollständiger Gesundheitsprüfung gehen.

Was sich beantragen lässt

  • Mit Anspruch auf Heilfürsorge: große oder kleine Anwartschaft auf die Tarife der Genau-Für-Sie Krankenversicherung. Zusätzlich kombinierbar sind aktive Ergänzungstarife der Mehr-Für-Sie Linie (z. B. Mehr Zahn, Mehr Komfort, KH+, Mehr Gesundheit). Der Baustein Mehr Pflege ist hier nicht wählbar.
  • Mit Anspruch auf Beihilfe: die beihilfekonformen Tarife der Genau-Für-Sie Krankenversicherung als Restkostenabsicherung.
  • In jedem Fall: Der Abschluss einer Pflegepflichtversicherung ist obligatorisch.

Heilfürsorge oder Beihilfe? Das hängt vom Bundesland ab

Ob ein Polizeibeamter heilfürsorge- oder beihilfeberechtigt ist, regelt jedes Land selbst – teils mit Mischformen, teils mit einmaligen Wahlrechten. Bei der Berufsfeuerwehr entscheidet sich das sogar je nach Kommune oder Stadt. Diese Übersicht gilt für die Polizei im aktiven Dienst (vereinfachte Darstellung, Stand 07/2026):

Land Anwärter Beamte auf Probe / Lebenszeit
Bund Heilfürsorge Heilfürsorge
Baden-Württemberg Heilfürsorge (opt. Beihilfe für stat. Wahlleistungen gegen 22 €/Monat) wie Anwärter
Bayern Heilfürsorge Beihilfe (Heilfürsorge nur Bereitschaftspolizei)
Berlin Heilfürsorge (einf. + mittl. Dienst), Beihilfe (gehob. Dienst) Beihilfe
Brandenburg Heilfürsorge Heilfürsorge (Einstellung ab 01.01.2019: einmaliger Wechsel in Beihilfe nach Ausbildungsende möglich)
Bremen Heilfürsorge Heilfürsorge
Hamburg Heilfürsorge Heilfürsorge (Einstellung ab 01.10.2014: einmaliger Wechsel in Beihilfe möglich)
Hessen Beihilfe (opt. stat. Wahlleistungen gegen 18,90 €/Monat) wie Anwärter
Mecklenburg-Vorpommern Heilfürsorge Heilfürsorge
Niedersachsen Heilfürsorge (ab 01.01.2017; Verzicht → Beihilfe möglich) wie Anwärter
Nordrhein-Westfalen Heilfürsorge (+ 50/70 % Beihilfe für stat. Wahlleistungen) wie Anwärter
Rheinland-Pfalz Beihilfe (Einstellung nach 2017; opt. Wahlleistungen gegen 26 €/Monat) wie Anwärter
Saarland Beihilfe Beihilfe
Sachsen Heilfürsorge Heilfürsorge
Sachsen-Anhalt Heilfürsorge Heilfürsorge (ab 01.01.2015 Wechsel in Beihilfe binnen 6 Monaten möglich)
Schleswig-Holstein Heilfürsorge (binnen 6 Monaten unwiderruflich ablehnbar → Beihilfe) wie Anwärter
Thüringen Heilfürsorge (+ Beihilfe für stat. Wahlleistungen) Beihilfe

Einstellungstermine der Polizei 2026

Wer den Kurzantrag nutzen will, sollte das Zeitfenster nach der Diensttauglichkeitsprüfung im Blick behalten. Zur Orientierung die geplanten Einstellungstermine 2026:

Organisation / Land 1. Termin 2. Termin Einstellungen (ca.)
Bundespolizei 03/2026 09/2026 2.000
Baden-Württemberg 04/2026 10/2026 1.800
Bayern 03/2026 09/2026 1.400
Berlin 03–04/2026 09–10/2026 1.200
Brandenburg 04/2026 10/2026 350
Bremen 04/2026 10/2026 200
Hamburg 10/2026 200
Hessen 02/2026 09/2026 650
Mecklenburg-Vorpommern 10/2026 250
Niedersachsen 04/2026 10/2026 1.000
Nordrhein-Westfalen 08/2026 10/2026 3.000
Rheinland-Pfalz 05/2026 10/2026 500
Saarland 10/2026 140
Sachsen-Anhalt 03/2026 09/2026 650
Sachsen 10/2026 475
Schleswig-Holstein 02/2026 08/2026 100
Thüringen 10/2026 300

Was Anwärter jetzt tun sollten

Der beste Zeitpunkt für die Anwartschaft ist der Karrierestart – gesund, jung, mit niedrigem Eintrittsalter. Welche Variante passt (große oder kleine Anwartschaft, welche Ergänzungstarife, ob eine Beihilfe-Ergänzung für stationäre Wahlleistungen sinnvoll ist), hängt vom Bundesland und der persönlichen Situation ab. Wir prüfen das für Ihren Fall und reichen den Kurzantrag fristgerecht innerhalb der drei Monate nach Ihrer Diensttauglichkeitsprüfung ein.

Stand: Juli 2026. Angaben zu Tarifen und zum Kurzantrag (K4989) nach Vertriebsinformation der Barmenia Gothaer, BK-Aktuell 07/2026. Die Heilfürsorge- und Beihilferegelungen können sich ändern; maßgeblich sind die aktuellen landesrechtlichen Bestimmungen sowie die Versicherungsbedingungen des jeweiligen Tarifs.

In diesem Artikel:
2026 stellen die Polizeien von Bund und Ländern rund 14.200 Anwärterinnen und Anwärter ein. Wer neu in den Dienst startet, sollte die private Krankenabsicherung nicht auf später verschieben. Ein neuer Kurzantrag mit vereinfachter Gesundheitsprüfung macht den Einstieg jetzt einfach – nutzbar bis drei Monate nach bestandener Diensttauglichkeitsprüfung.
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